Mit dem düsteren Fantasy-Drama „Die Zeit der Wölfe“ (1984)
und dem Thriller „Mona Lisa“ (1986) hat der irische Filmemacher Neil
Jordan ein feines Gespür für interessante Stoffe und deren Inszenierung
bewiesen. Was ihn allerdings dazu inspiriert haben mag, eine so geistlose Fantasy-Komödie
wie „High Spirits“ (1988) zu schreiben und selbst zu inszenieren, lässt
sich auch nach fast vierzig Jahren nicht erschließen, in denen der Film mehr schlecht
als recht gealtert ist.
Inhalt:
Damit endlich wieder Touristen sein baufällig gewordenes
Schloss in Irland besuchen, um seinen amerikanischen Investor zufrieden zu
stellen, behauptet der mittellose Schlossherr Peter Plunkett (Peter O‘Toole)
kurzerhand, dass eine Schar Geister das alte Gemäuer bewohnen. Dazu soll sein
Personal als Geister verkleidet durch die Schlossmauern ziehen und somit eine
gruselige Atmosphäre erzeugen. Tatsächlich machen sich die Bemühungen schnell
bezahlt, denn eine Gruppe amerikanischer Touristen schickt sich an, in dem
Schloss ihren Urlaub zu verbringen: Miranda (Jennifer Tilly), eine
enttäuschte junge Frau, der junge Priesteranwärter Tony (Peter Gallagher),
ein Parapsychologe (Martin Ferrero) samt Familie und das Ehepaar Sharon (Beverly
D'Angelo), Tochter des erwähnten Investors, und Jack Crawford (Steve
Guttenberg). Die Angestellten von Schloss Plunkett versuchen alles, um den
Touristen das Gruseln beizubringen, versagen aber erbärmlich. Als sich Jack in
das Gespenst Mary (Daryl Hannah) verliebt, die Nacht für Nacht von ihrem
Ehemann Martin (Liam Neeson) erstochen wird, nimmt das Chaos seinen Lauf…
Kritik:
So reizend die Ursprungsidee auch sein mag, eine Komödie mit
„echten“ und dargestellten Geistern auf einem verfallenen Schloss-Hotel ihr
Unwesen treiben zu lassen und sie in amouröse Abenteuer zu verstricken, ist dem
sonst so stilsicheren Neil Jordan („Interview With the Vampire“, „Jenseits
der Träume“) die Umsetzung bei „High Spirits“ doch gründlich
misslungen. Dabei hat er mit Altstar Peter O’Toole („Lawrence von
Arabien“, „Der Löwe im Winter“) einen sichtlich spielfreudigen Hauptdarsteller,
der allerdings gegen das dünne, fast schon dümmliche Skript kaum gegenanspielen
kann. Um ihn herum ist es stets schrill und laut, alles scheint in Bewegung,
damit nicht allzu sehr auffällt, dass das Schloss wie eine plumpe Studiokulisse
aussieht. Bei dem Partnertausch, den Jack und Sharon mit dem Gespensterpaar
Mary und Martin vollziehen, und auch der Romanze, die sich zwischen der
frustrierten Miranda und dem sexuell unerfahrenen Priesteranwärter anbahnt,
hätte ein wenig mehr Sexappeal nicht schaden können. Stattdessen tauschen die
blassen Figuren nur Albernheiten aus und können nicht eine Sekunde ernst genommen
werden – noch können sie den Schiffbruch der blutleeren Geisterkomödie
verhindern.
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