Das mörderische Paradies

Mit seinen prominent verfilmten, in den 1990er Jahren geschriebenen Thrillern „Just Cause“ (mit Sean Connery und Laurence Fishburne) und „Hart’s War“ (mit Bruce Willis und Colin Farrell) ist der ehemalige Gerichtsreporter John Katzenbach zu einem der hochkarätigsten Genre-Autoren avanciert, der hierzulande zunächst mit seinen Werken „Der Patient“ und „Die Anstalt“ wirklich bekannt wurde. Doch schon sein 1982 veröffentlichter dritter Roman „In the Heat of the Summer“ durfte sich einer gelungenen Verfilmung erfreuen. „Das mörderische Paradies“ (1985) erweist sich als thematisch interessante Variation des konventionellen Serienkiller-Thrillers.

Inhalt:

Malcolm Anderson (Kurt Russell) fühlt sich nach über acht Jahren als Reporter für den Miami Journal ausgelaugt und sehnt sich danach, mit seiner Freundin Christine (Mariel Hemingway) in die Provinz zu ziehen. Doch während sich ein gewaltiges Unwettertief am Himmel über Miami zusammenbraut, nimmt ein Killer Kontakt mit Malcolm auf, drückt ihm seine Bewunderung von Malcolms Schreibstil aus und kündigt ihm bereits seine nächsten Taten an. Da er seine Opfer nummeriert, wird er vom Miami Journal fortan als „Numbers Killer“ bezeichnet. Die ermittelnden Detectives Ray Martinez (Andy Garcia) und Phil Wilson (Richard Bradford) sind zunächst wenig begeistert davon, dass der Killer einen Reporter zum Sprachrohr an die Öffentlichkeit auserkoren hat. Aber da die Polizei völlig im Dunkeln tappt, sind die beiden Cops auf Malcolms Verbindung zum Killer angewiesen. Christine ist wenig angetan von dem Umstand, dass ihr Freund so von der Story angetan ist, dass sie selbst keine Rolle mehr in seinem Leben zu spielen scheint. Als der Killer, den man mittlerweile als Alan Delour (Richard Jordan) identifiziert hat, allerdings damit hadert, dass Malcolm mehr die Schlagzeilen bestimmt als er selbst, hat er einen besonders perfiden Plan ausgeheckt, um ins Rampenlicht zurückzukehren…

Kritik:

„Das mörderische Paradies“ ist leider eine der wenigen Filme, die der Australier Phillip Borsos („Wenn Träume wahr werden“), realisieren konnte, bevor er bereits im Alter von 41 Jahren an Leukämie starb. Sein erst zweiter Film beruht auf einer erstklassigen Romanvorlage, die geschickt die zwiespältige Rolle der Medien in der Berichterstattung von Verbrechen beleuchtet. Der Thriller rückt denn auch weniger die Polizeiarbeit in den Fokus, sondern die schwierige Beziehung zwischen dem Killer und dem Reporter, der zu seinem Sprachrohr missbraucht wird, während Malcolm wiederum die Rolle genießt, als einziger Reporter eine persönliche Beziehung zum Killer aufzuweisen, weshalb er bereits mit dem Pulitzer-Preis liebäugelt. „Das mörderische Paradies“ merkt man an, dass sowohl der Romanautor als auch die Filmcrew den Redaktionsalltag einer Zeitung gut recherchiert haben. Auch wenn Kurt Russells Figur nicht als Sympathieträger angelegt ist, versteht man schnell, warum er auf einmal wieder Feuer und Flamme für seinen Beruf ist. Die psychologisch raffiniert angelegte Wechselbeziehung zwischen Killer und Reporter dient als einziges spannungstreibendes Element, doch auch die Auswirkungen auf Malcolms Privatleben kommen nicht zu kurz, wenn Christine bereits über eine Trennung nachdenkt. Das gekonnt umgesetzte Thema, die unheilschwangere, mit einem aufziehenden Unwetter zusätzlich aufgeladene Atmosphäre und der gute Cast machen „Das mörderische Paradies“ zu einem starken Vertreter des Serienkiller-Genres und dürfte durchaus als Inspiration für David Finchers ähnlich thematisiertes Meisterwerk „Zodiac“ gedient haben.

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