Begegnung des Schicksals

Wie schwer sich der Schöpfer solcher Meisterwerke wie „Jeremiah Johnson“ (1972), „Die drei Tage des Condor“ (1975) und „Tootsie“ (1982) mit romantischen Stoffen tut, zeigten schon Sydney Pollacks mittelmäßigen bis langweiligen Filme „Bobby Deerfield“ (1977) und das unnötige „Sabrina“-Remake (1995). Mit „Sabrina“-Star Harrison Ford wagte Pollack dennoch vier Jahre später mit „Begegnung des Schicksals“ einen neuen Anlauf – und scheiterte erneut.

Inhalt:

Am Morgen hat der bei Internal Affairs in Washington, D.C. tätige Cop William Van Den Broeck (Harrison Ford) noch mit seiner schönen Frau Peyton (Susanna Thompson) geschlafen, am Abend erhält er die Nachricht, dass sie bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Als er die näheren Umstände des von ihrer Firma gar nicht genehmigten Flugs untersucht, erhält er die Information, dass seine unter anderem Namen reisende Frau im Flugzeug neben Cullen Chandler (Peter Coyote) saß, dem Ehemann der Kongressabgeordneten Kay Chandler (Kristin Scott Thomas), die gerade vor der Wiederwahl steht. Sie erhält die Nachricht vom Tod ihres Mannes, als sie zusammen mit ihren Strategen Carl Broman (Sydney Pollack) und Truman Trainor (Richard Jenkins) einen Wahlspot aufzeichnet. Als Van Den Broeck sie mit der Information konfrontiert, dass ihr Mann und seine eigene Frau eine Affäre miteinander hatten, will sie davon zunächst nichts wissen. Aber als sie sich mit ihm zu treffen beginnt, entwickelt sich auf einmal eine leidenschaftliche Affäre zwischen ihnen. An einem Wochenende auf dem Land wollen sie sich ihrer Gefühle klar werden…

Kritik:

„Begegnung des Schicksals“ ist einer dieser Filme, bei denen man als Zuschauer nicht versteht, was er eigentlich für eine Geschichte erzählen will. Ein Flugzeugabsturz stellt das Leben der beiden Hinterbliebenen, eines Cops und einer Politikerin, nicht nur auf den Kopf, weil ihre Liebsten dabei ums Leben kamen und sie nun verwitwet sind. Fast schwerer wiegt die Erkenntnis, dass ihre verstorbenen Ehepartner eine Affäre miteinander hatten, die sie geschickt zu verbergen wussten. Nicht mal der Cop, dessen Beruf es ist, Lügen aufzudecken, hat nicht gemerkt, wie schwer ihn seine Frau belogen hatte. Der Film konzentriert sich aber nicht nur auf die emotionale Aufarbeitung des Verlusts und der Lügen, sondern beschreibt auch sehr ausführlich den unterschiedlichen Arbeitsalltag der beiden. Das ist zwar in Maßen interessant, folgt aber konventionellen Mustern und bringt uns die Figuren nicht näher. Stattdessen lenken diese unnötigen Nebenhandlungen von dem eigentlichen Drama ab. Natürlich geht das Leben weiter, aber für die Geschichte ist es weitaus interessanter, wie sich denn Van Den Broeck und Chandler selbst in eine Affäre stürzen und es so ihren verstorbenen Ehebrechern gleichtun. Hier bleibt Pollack nicht nur die glaubwürdige Motivation der beiden Protagonisten schuldig, Harrison Ford („Auf der Flucht“, „Aus Mangel an Beweisen“) und Kristin Scott Thomas („Der Pferdeflüsterer“, „Der englische Patient“) spielen so steif und emotionslos, dass eine ihnen untergejubelte heiße Affäre fast schon lächerlich wirkt. 

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