Abel Ferrara („Bad Lieutenant“, „The King of New
York“) hat bereits mit seinen vorangegangenen Filmen „The Driller Killer“
(1979) und „Die Frau mit der 45er Magnum“ (1981) die dunkle und
gewalttätige Seite von New York erkundet. Mit dem für seine Verhältnisse schon
hochkarätig mit Tom Berenger und Melanie Griffith besetzten
Neo-Noir „Fear City“ setzte der eigenwillige Filmemacher seine Studien
in dieser Sache fort.
Inhalt:
Seit der Profiboxer Matti Rossi (Tom Berenger) seinen
Gegner Kid Rio (Don Nakaya Neilsen) im Ring ins Koma geprügelt hatte, worauf
dieser verstarb, hängte Rossi seine Boxhandschuhe an den Nagel und betreibt nun
mit seinem früheren Manager Nicky Parzeno (Jack Scalia) unter dem Namen Starlite
Talent Agency ein Vermittlungsbüro für Stripperinnen. Unter den in
Manhattans ansässigen Nachtclubs arbeitenden Tänzerinnen ist auch Rossis
Ex-Freundin Loretta (Melanie Griffith), die sich gerade in Mikes (Michael
V. Gazzo) Club auf der Bühne räkelt und langsam ihren Körper freilegt. Als
eine der Starlite-Stripperinnen von einem namenlosen Killer (John
Foster) attackiert wird und einige ihrer Finger verliert, ruft das den hartnäckigen
Polizei-Ermittler Al Wheeler (Billy Dee Williams) auf den Plan, der Rossi
und Parzeno am liebsten zur Verantwortung ziehen würde. Als auch noch Lorettas lesbische
Kollegin Leila (Rae Dawn Chong) dem Killer zum Opfer fällt, glauben die
beiden Vermittler, dass einer ihrer Konkurrenten es auf ihre Angestellten
abgesehen hat. Währenddessen kommen sich Loretta und Rossi wieder näher, doch
da sich Loretta wieder mit Drogen versorgen lässt, begibt sie sich selbst in
größte Gefahr…
Kritik:
Das Drehbuch von Nicholas St. John, der bis „Das
Begräbnis“ eine Vielzahl der Vorlagen für Ferraras Filme geliefert
hat, scheint sich mehr auf das schlüpfrige Pflaster der Sündenmeile in New
Yorks Manhattan zu konzentrieren als auf eine interessante Story, die wie ein uninspirierter
Abklatsch eines Brian-De-Palmas-Films („Blow Out - Der Tod löscht
alle Spuren“, „Dressed to Kill“) wirkt. Die düstere Atmosphäre des
Geschäfts mit den Topless Women gibt „Fear City“ wunderbar wieder, doch schon
früh zeichnet sich ab, dass Rossi seine verdrängten Fähigkeiten als Boxer
reaktivieren wird müssen, um dem brutalen Killer etwas entgegenzusetzen. Bis
dahin gibt es viel nackte Haut, aber wenig Substantielles zu sehen. Die polizeilichen
Ermittlungen finden so gut wie nicht statt. Der unangenehm auftretende Cop hat
scheinbar nur die Funktion, die beiden Starlite-Betreiber unter Druck zu setzen.
Die Figuren entwickeln in der vorhersehbaren Handlung und den oberflächlichen
Dialogen keine Kontur und bleiben sehr klischeehaft. So sind es allein die
eindrucksvollen New-York-Bilder der schillernden Sex-Clubs und dunkler Gassen,
die „Fear City“ nicht komplett der Vergessenheit überlassen.
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