Caught Stealing

Mit Filmfestival-Erfolgen wie „Requiem For A Dream“, „The Wrestler“ und „Black Swan“ hat sich Darren Aronofsky längst einen prominenten Namen gemacht, der sich auch immer wieder selbst, vor allem aber das Publim überraschen kann. So gingen das Monumental-Epos „Noah“ (2014) ebenso auf sein Konto wie das surreal anmutende Psychodrama „Mother!“ (2017). Nun katapultiert er sich mit seinem neuen Film „Caught Stealing“ in die 1990er zurück und probiert sich im Genre der Action-Komödie aus.

Inhalt:

Als Highschool-Schüler stand Hank Thompson (Austin Butler) einst kurz vor einer Karriere als Baseball-Profi, aber dann zertrümmerte ihm ein selbstverschuldeter Autounfall, bei dem auch noch sein bester Kumpel ums Leben kam, das Knie. Inzwischen schlägt er sich im New York des Jahres 1998 als Barkeeper durch, wobei er mitunter Briefumschläge entgegennehmen und durch den Postschlitz einer Stahltür im Keller schieben muss, wo sein Chef Paul (Griffin Dunne) seinen Safe hat. Immerhin führt er glückliche Beziehung mit der Krankenwagenfahrerin Yvonne (Zoë Kravitz). Doch das Blatt wendet sich schlagartig gegen ihn, als sein Nachbar Russ (Matt Smith), ein Drogendealer mit Irokesenschnitt, ihn bittet, in seiner Abwesenheit auf seine bissige Katze aufzupassen. Was sich so halbwegs harmlos anhört, entwickelt sich zum bitteren Ernst, als zwei russische Mafiosi im Treppenhaus auftauchen und den überrumpelten Hank gnadenlos zusammentreten. Offenbar ist er ohne eigenes Zutun zwischen die Fronten verschiedener Gangster-Gruppierungen geraten, wie die ermittelnde Polizeibeamtin Roman (Regina King) erläutert. Tatsächlich macht Hank kurz darauf auch unliebsame Bekanntschaft mit den jüdisch-orthodoxen Killer-Brüdern Lipa (Liev Schreiber) und Shmully (Vincent D'Onofrio) sind plötzlich hinter ihm her – ebenso wie der ruchlose Auftragsmörder Colorado (Bad Bunny)…

Kritik:

Mit der Verfilmung von Charlie Hustons Pulp-Roman „Caught Stealing“ hat Darren Aronofsky einen interessanten Genre-Mix inszeniert, der wie ein klassischer Noir beginnt, wenn Hank ohne eigenes Verschulden ins Visier verschiedener Gangster gerät, die absolut keinen Spaß verstehen, aber schnell mit Pistolen und Prügeln zur Hand sind. Fortan wird Hank durch die Straßen von New York gehetzt, wobei als MacGuffin ein Schlüssel dient, der im Kunststoff-Kackhaufen versteckt ist, der wiederum im Katzenklo deponiert worden ist. Hank kommt dabei kaum zum Luftholen, muss sich sogar von einer Niere trennen und muss schließlich auf seine früheren Tugenden als Baseball-Schlagmann zurückgreifen, um heil aus der Geschichte rauszukommen. Dabei schlägt die Geschichte wilde Kapriolen, nimmt immer mehr Figuren mit auf die Jagd nach dem großen Geld und wird bei allem Humor stellenweise so brutal, dass einem wie Hank die Luft wegbleibt. Trotz aller Referenzen bei Hitchcock, De Palma, Tarantino und Guy Ritchie ist Aronofsky doch ein eigenwilliger Trip in die 90er Jahre gelungen, wobei Action, Humor, Sex und Gangsterdrama wunderbar ineinandergreifen.

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