The Fountain
Nach seinen ersten beiden, von Kritik und Publikum
begeistert aufgenommenen Filmen „Pi – System im Chaos“ (1998) und „Requiem
For A Dream“ (2000) hatte Darren Aronofsky Großes vor. Brad Pitt
und Cate Blanchett sollten die zugkräftigen Stars seines esoterisch
angehauchten Dramas „The Fountain“ (2006) sein, in dem es um nichts
weniger als das ewige Leben geht. Nach kreativen Differenzen und dem Ausstieg
von Brad Pitt aus dem Projekt rang schließlich Hugh Jackman um das
Leben seiner todkranken Frau, die von Rachel Weisz verkörpert wurde. Am
Ende sind es vor allem die betörenden Schauwerte, die den Film retten.
Inhalt:
Mitte des 16. Jahrhunderts beschuldigt der spanische
Großinquisitor Silecio (Stephen McHattie) Königin Isabel (Rachel
Weisz) der Ketzerei und versucht die Macht im Lande durch einen
Staatsstreich an sich zu reißen. Er okkupiert immer größere Teile des Landes,
so dass die Königin allmählich isoliert wird. Der königstreue Konquistador
Tomás (Hugh Jackman) versucht den Großinquisitor zu ermorden, wird aber
von der Königin selbst daran gehindert. Er soll stattdessen in die Neue Welt
reisen und dort nach dem Baum des Lebens suchen, der sich in einer vergessenen
Pyramide der Mayas befinden soll. Sie glaubt, so das ewige Leben erlangen und
dem Großinquisitor trotzen zu können. Sollte Tomás erfolgreich sein, würde
Isabel ihn heiraten. Die Expedition des Konquistadors wird zum Debakel. Alle
Soldaten sterben oder erheben sich gegen Tomás, so dass er sie töten muss. Als
er die mitten im Dschungel verborgene Pyramide schließlich erreicht, ist er
allein. Er wird bereits von einem Priester der Maya erwartet, der ihn
niedersticht.
Mit der Entdeckung der Pyramide endet das elfte Kapitel
eines unvollendeten Buches mit dem Titel „The Fountain“, geschrieben von Izzi (Weisz),
der krebskranken Frau von Dr. Tom Creo (Jackman). Tom sucht verzweifelt
nach einem Heilmittel für einen Tumor, der an Izzis Stammhirn wuchert und sie
allmählich umbringt. Gerade hat er mit dem Mark eines einzigartigen Baumes
erstaunliche Resultate an seinen haarigen Probanden erzielt, da soll ihm das
Projekt entzogen werden, um die bisherigen Ergebnisse zu sichern, statt sie
sofort für weitere Versuche zu verwenden. Dabei ist Tom so sehr in seine Arbeit
vertieft, dass er sich von seiner Frau entfremdet, die ihm von einer Legende
erzählt, der zufolge ein bestimmter stellarer Nebel, den die Mayas Xibalbá
genannt haben, ein Ort der Wiedergeburt sein soll. Zu einem echten Durchbruch
in Toms Forschungsarbeit kommt es, als er verbotenerweise eine nicht
ausreichend getestete Substanz in einem Tierversuch einsetzt. Die Substanz
wurde einem unbekannten Baum entnommen, der im Regenwald Südamerikas entdeckt
worden ist. Donovan, ein krebskranker Affe, regeneriert und verjüngt sich auf
geradezu unglaubliche Weise. Als endlich festgestellt wird, dass sich auch der
Tumor zurückbildet, ist es für Izzi zu spät: Sie stirbt. Tom weigert sich
jedoch, seine Forschungen aufzugeben. Er pflanzt einen Samen des
geheimnisvollen Baumes an Izzis Grab.
Im Jahr 2500 ist Tom unterwegs zum stellaren Nebel Xibalbá,
in dessen Zentrum ein sterbender Stern steht. Sein Raumschiff ist eine
transparente Sphäre ohne erkennbare technische Einrichtung. Tom lebt zu Füßen
eines großen Baumes, dessen Rinde er in regelmäßigen Abständen kleine Stückchen
entnimmt, um sie zu essen. Dieser Baum, der über Izzis Grab gewachsen ist, hat
Tom jahrhundertelang am Leben gehalten. Tom glaubt, der Geist seine Frau habe
sich in dem Baum manifestiert. Manchmal hat er Visionen von Izzi in seiner
Sphäre. Erinnerungen an einen Tag, der für seine Entfremdung von Izzi
entscheidend ist (er ist seinerzeit lieber in seinem Labor geblieben, als mit
ihr einen Spaziergang im Schnee zu machen) quälen ihn immer wieder. Izzi soll
in Xibalbá wiedergeboren werden, aber kurz bevor die Sphäre dort ankommt,
stirbt der Baum…
Kritik:
Mit seinem auf die Hälfte geschrumpften Budget thematisierte
Darren Aronofsky in seinem eigenen Drehbuch die große Trias Leben, Tod und
Wiedergeburt, wobei er in opulenten, meist goldschimmernden Bildern Elemente
aus der Maya-Kultur, dem Christentum und dem Buddhismus in einen esoterischen
Mix goss, ohne eine rechte Vorstellung davon zu vermitteln, was uns „The
Fountain“ eigentlich mitteilen soll. Zwar verwebt Aronofsky
geschickt die drei Zeitebenen miteinander, indem er thematisch konkrete Bezüge vor
allem zum Baum des Lebens herstellt, aber den Figuren kommen wir bei diesem opulent
bebilderten Abenteuer nicht wirklich nah. Das liegt weniger an den bemühten, in
den richtigen Momenten sehnsuchtsvoll oder traurig blickenden Darstellern,
sondern an dem eher zum esoterischen Kitsch neigenden Skript, das seltsam
blutleer bleibt. Die Schauwerte, der unaufdringliche Score von Clint Mansell
(„Requiem For A Dream“, „Moon“) und die schön anzusehenden Hauptdarsteller
machen „The Fountain“ am Ende aber doch sehenswert.


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