The Italian Job – Jagd auf Millionen

1969 inszenierte der britische Filmemacher Peter Collinson mit Michael Caine in der Hauptrolle das unterhaltsame, von Quincy Jones musikalisch fetzig untermalte Heist Movie „The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab“. Zwar verfehlte der Film die Erwartungen von Paramount, die daraufhin die eigentlich geplante Fortsetzung cancelten, doch die Verfolgungsjagd, die sich der rote, der blaue und der weiße Mini-Cooper mit seinen Verfolgern der italienischen Polizei und Mafia lieferten, gingen dennoch in die Filmgeschichte ein. Mehr als zwanzig Jahre später machte sich F. Gary Gray („Set It Off“, „Verhandlungssache“) mit „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ (2003) an ein hochkarätig besetztes Remake, das allerdings nur wenig gemein mit dem Original hat.

Inhalt:

Noch einen letzten Coup will der Safeknacker-Veteran John Bridges (Donald Sutherland) erledigen, um anschließend mehr Zeit mit seiner Tochter Stella (Charlize Theron) verbringen zu können, die er zwangsläufig vernachlässigen musste, weil er die meiste Zeit seines Lebens im Gefängnis verbracht hat. Sein Bewährungshelfer weiß natürlich nicht, dass er gerade in Venedig weilt, um an einem Coup beteiligt zu sein, den Superhirn Charlie Croker (Mark Wahlberg) bis ins kleinste Detail perfekt ausgetüftelt hat. Tatsächlich gelingt es seiner Gang, Goldbarren im Wert von 35 Millionen Dollar auf spektakuläre Weise aus einem von der Mafia bewachten Safe zu entwenden. Mit dem Boot und schließlich mit dem Auto bringen Bridges, das Computergenie Lyle (Seth Green), der virtuose Fahrer Rob (Jason Statham), der Explosionsexperte Left Ear (Mos Def) und das undurchsichtige Allroundtalent Steve (Edward Norton) die Beute in Sicherheit, doch nachdem die italienische Polizei spektakulär ausgetrickst wurde, folgt die große Überraschung. Steve hat nämlich einen eigenen Plan entwickelt, bestiehlt die Bande mit einem zweiten Team und erschießt John, während die anderen samt leerem Geldtransporter in eiskaltem Flusswasser versinken, wo sie sich unbemerkt retten können. Ein Jahr später nehmen sie in Los Angeles Steves Spur wieder auf und wollen sich nicht nur das Gold zurückholen, sondern auch Steve aufs Glatteis führen. Dazu kann Charlie Johns Tochter Stella motivieren, die sonst als Sicherheitsexpertin ihre Safeknackerkünste anbietet, am Rachefeldzug mitzuwirken...

Kritik:

Das Original mit Michael Caine in der Hauptrolle des Frauenschwarms und Superhirns konzentrierte sich noch ganz auf die Planung des raffinierten Coups in Turin und die rasante Verfolgungsjagd. Dagegen steigt F. Gary Gray im romantischen Venedig gleich in die Action ein, wenn Crokers hochspezialisiertes Team nach genauem Zeitplan einen von der Mafia bewachten Safe durch mehrere Stockwerke ins Wasser plumpsen lässt, von wo die Crew ihre ebenso ausgetüftelte Flucht durch die Kanäle bis aufs Meer vorantreibt. Mit dem Verrat ihres Mitstreiters Steve erfährt das Drama seine erste packende Wendung. Von nun ist geht es vor allem um Rache, die ebenso raffiniert geplant werden muss, schließlich ist Steve einer von ihnen gewesen, wenn auch längst nicht so kreativ. „The Italian Job“ präsentiert sich dann als routiniert inszenierter Action-Thriller mit gut aufgelegtem Cast, bei dem Donald Sutherland leider nur eine kurze, wenn auch prägnante Rolle verkörpert und Edward Norton („Roter Drache“, „Zwielicht“) als Bösewicht weit unter seinen Möglichkeiten agiert. Wie schon im Original gehört die Verfolgungsjagd mit den farblich identischen Mini-Cooper zu den Höhepunkten, doch auch sonst bietet „The Italian Job“ flottes, wunderbar fotografiertes, gut gespieltes und kurzweilig inszeniertes Genre-Kino – allerdings mit kurzer Halbwertzeit.

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