Der britische Filmemacher Marek Kanievska hatte 1987
mit der Bret-Easton-Ellis-Verfilmung „Less Than Zero“ einen
passablen Indie-Hit gelandet, doch war es danach sehr still um ihn geworden.
Sein Comeback nach dreizehn Jahren feierte er mit der Krimikomödie „Where
The Money Is – Ein heißer Coup“ (2000), die vor allem durch die Beteiligung
von Alt-Hollywood-Star Paul Newman für Aufmerksamkeit sorgte. Der
eigentliche Hit ist allerdings Linda Fiorentino als seine Komplizin.
Inhalt:
Wegen einer Überbelegung wird der inhaftierte, nach einem
Schlaganfall katatonische Bankräuber Henry Manning (Paul Newman) in eine
Pflegeanstalt verlegt, wo sich Krankenschwester Carol MacKay (Linda Fiorentino)
um ihn kümmert und sehr schnell bemerkt, dass ihr Patient munterer ist als er
allgemein vorzugeben scheint. Carol, die seit der High School mit Wayne (Dermot
Mulroney) verheiratet ist und sich langweilt, ist von Henry fasziniert.
Nachdem sie Henry enttarnt hat, berichtet er ihr, wie er sich lange auf das
Spielen des Schlaganfallpatienten vorbereitet hat. Zunächst überredet Carol den
Sträfling zu einem weiteren Bankraub und kann auch ihren Mann Wayne dazu
bringen, sich der Unternehmung anzuschließen. Sie überfallen einen
Geldtransporter, fesseln die Fahrer und holen als Fahrer verkleidet das Geld
bei den Kunden ab. Der Coup gelingt. Wayne nimmt das Geld mit nachhause, um es
zu zählen. Carol bringt Henry zurück ins Krankenhaus, wo er weiter den Kranken
spielt. Als Henry jedoch unerwartet in ein Gefängniskrankenhaus verlegt werden
soll, entschließt sich Carol, den Krankentransport zu überfallen und mit Henry
zu Wayne zurückzukehren, um das Geld einzusammeln und woanders ein neues Leben
anzufangen, doch Wayne hat andere Pläne…
Kritik:
„Where The Money Is – Ein heißer Coup“ ist sicher ein
Heist Movie der etwas anderen Art. Der besondere Clou liegt darin, dass ein
verurteilter Bankräuber durch die Vortäuschung eines Schlaganfalls aus dem
Gefängnis in ein Pflegeheim verlegt wird. Das bedeutet für Superstar Paul
Newman zunächst, wie leblos in seinem Rollstuhl zu kauern und sich selbst
dann nicht zu rühren, wenn die grandios aufspielende Linda Fiorentino („Die
letzte Verführung“, „Dogma“) aufgeweckte Krankenschwester versucht, ihn mit
einem Schoßtanz zu verführen. Sobald Henry enttarnt ist, folgt der Filma
eigentlich Schema F und wirkt vor allem in den Szenen unterhaltsam, wenn Henry
und Paula die Strategie für ihren Coup ausarbeiten und Paula dabei die Chance
wahrnehmen möchte, noch etwas Interessantes aus ihrem langweiligen Leben
herauszuholen. Dermot Mulroney („Young Guns“, „Wedding Date“) bleibt
dabei erschreckend blass und wirkt wie das fünfte Rad am Wagen. So sind es am
Ende die überzeugenden Leistungen der beiden Hauptdarsteller, die „Where The
Money Is“ eine unterhaltsame Note verleihen.
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