Mission: Impossible - The Final Reckoning

Nach der legendären Reihe um den britischen Gentleman-Geheimagenten James Bond ist das „Mission: Impossible“-Franchise die langlebigste und erfolgreichste Action-Filmreihe, seit Regisseur Brian De Palma 1996 die erste Kinoadaption der erfolgreichen Fernsehserie mit Tom Cruise in der Hauptrolle präsentiert hat. Nun, nach dreißig Jahren und sieben Filmen, soll mit dem achten Teil „The Final Reckoning“ also Schluss sein. Christopher McQuarrie, seit dem fünften Teil („Rogue Nation“, 2015) als Drehbuchautor und Regisseur am Start, präsentiert einen mit drei Stunden Laufzeit etwas lang geratenen Abschied mit vertrauten Stärken, aber auch einigen Schwächen.

Inhalt:

Ethan Hunt (Tom Cruise) und seine Buddys Luther (Ving Rhames) und Benji (Simon Pegg) von der legendären Impossible Mission Force (IMF) haben zwar mit der attraktiven Taschendiebin Grace (Hayley Atwell) und der resoluten Profikillerin Paris (Pom Klementieff) zwar kompetente Unterstützung gefunden, sind aber nach wie vor auf der Jagd nach der die Welt bedrohenden künstlichen Intelligenz, die nur die „Entität“ genannt wird. Dafür müssen sie das den Namen „Sewastopol“ tragende russische U-Boot finden, dem eine Schlüsselrolle in diesem brodelnden Konflikt zukommt. Allerdings haben sie mit dem ruchlosen Schurken Gabriel (Esai Morales) einen ernstzunehmenden Kontrahenten, der ebenso fieberhaft nach der in der Beringsee versunkenen Sewastopol sucht. Denn für ihn ist sie der Schlüssel, der sozusagen das Tor zur Hölle auf Erden öffnet, mit dem die Welt ins Chaos gestürzt werden kann. Denn schon jetzt hat die Entität fast den kompletten Cyberspace übernommen und droht nun, die Atomarsenale der acht globalen Nuklearnationen zu kontrollieren. Weil die Atomraketen der USA am besten gesichert sind, bleiben noch etwa 72 Stunden, bis sich die Entität auch diese unter den Nagel reißen wird. Allerdings wollen es die US-Präsidentin Erika Sloane (Angela Bassett) und ihr engster Stab dazu nicht kommen lassen: Sobald die Entität alle anderen Arsenale übernommen hat, will die USA präventiv ihre eigenen Atomwaffen auf die Schaltzentralen der Nuklearmächte abfeuern (u. a. Paris, London und Moskau), um so zu verhindern, dass die KI die ganze Welt auslöscht…

Kritik:

Mit „The Final Reckoning“ knüpft McQuarrie zwar direkt an „Dead Reckoning“ an, doch ändert er interessanterweise Ton und Dramaturgie so drastisch, dass man die beiden Filme kaum als zwei Teile eines Ganzen wahrnehmen will. Das liegt nicht nur an der Verlagerung der Schauplätze von schillernden Metropolen vor allem in die Arktis und an einer spürbar reduzierten Quote an Action-Sequenzen, sondern auch an der Reduzierung humorvoller Elemente, für die im vorangegangenen Teil vor allem die Einführung der gewieften Taschendiebin Grace verantwortlich zeichnete. Nun sind die Figuren etabliert. Der Plot kann sich also auf den tödlichen Countdown von 72 Stunden fokussieren, die Ethan Hunt bleiben, um die Entität zur Wirkungslosigkeit zu verdonnern. So erschreckend das Szenario einer einzelnen Macht über das weltweite Atombombenarsenal ist, so erklärungswütig versucht „The Final Reckoning“ vor allem den Gesamtkontext der „Mission: Impossible“-Reihe neu zu erklären. So richtig in Fahrt kommt der Film erst in der zweiten Hälfte, wartet dann aber mit atemberaubenden Sequenzen unter Wasser und vor allem beim finalen Duell in den Wolken auf, die den vertrauten „M:I“-Spirit verströmen. Leider darf ausgerechnet der Bösewicht Gabriel nicht den globalen Schrecken verkörpern, sondern verkommt als karikaturhafter Handlanger der ominösen Entität. So ist „The Final Reckoning“ nicht das ganz große Finale einer grandiosen Action-Filmreihe, aber doch ein unterhaltsamer Abschluss mit Stärken und Schwächen.

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