Taylor Sheridan ist bei Paramount+ und für das
Streaming generell der Mann der Stunde. Sein modernes Western-Epos „Yellowstone“
mit Hollywood-Star Kevin Costner als Rancher-Patriarch Dutton entwickelte
sich mit seinen Prequels „1883“ und „1923“ sowie Spin-Offs wie
der aktuellen Serie „Marshals“ zu einem Quoten-König. Darüber hinaus ist
Sheridan auch als Showrunner der Serien „Tulsa King“, „Mayor of
Kingstown“, „Special Ops: Lioness“ und „Landman“ sehr erfolgreich.
Mit seiner neuen Serien-Schöpfung „The Madison“ kehrt Sheridan zwar
nach Montana, der Heimat der Duttons, zurück, präsentiert aber ein von den
Hollywood-Stars Michelle Pfeiffer und Kurt Russell angeführtes
Melodram über Trauerbewältigung und die Gegensätze zwischen dem Leben in der Metropole
New York und dem Landleben.
Inhalt:
Der wohlhabende Finanzmakler Preston Clyburn (Kurt
Russell) verbringt mal wieder eine Auszeit mit seinem im ländlichen Montana
lebenden, verwitweten Bruder Paul (Matthew Fox) beim Fliegenfischen, als
sie bei dem Rückflug in Pauls Propellermaschine in ein Unwetter geraten und
abstürzen. Als Prestons Frau Stacy (Michelle Pfeiffer) von dem tödlichen
Unglück erfährt, ist die sonst so resolute Frau, die ihre Zeit vor allem mit Wohltätigkeits-Events
verbringt, am Boden zerstört. Zur Beerdigung fährt sie mit ihrer jüngsten
Tochter Paige (Elle Chapman), die nach einem brutalen Überfall mitten
auf der Upper East Side traumatisiert ist, deren älteren, geschiedenen Schwester
Abigail (Beau Garrett) mit ihren zwei Kindern, in das idyllische Valley
nach Montana, wo das Plumpsklo draußen vor der Hütte steht, in der es nicht mal
fließendes Wasser gibt. Das fasziniert auch Paiges als Investmentbanker
arbeitenden Ehemann Russell (Patrick J. Adams) ebenso, wie es ihn
verstört. Der Kulturschock sitzt bei allen tief, doch als Stacy das Tagebuch
ihres verstorbenen Ehemanns entdeckt, beginnt sie seine Liebe für die
Landschaft zu verstehen. Und auch Abigail beginnt ihre Abneigung gegen das
Landleben aufzugeben, als sie den örtlichen Sheriff Van Davis (Ben
Schnetzer) kennenlernt, der nicht nur attraktiv ist, sondern auch verwitwet…
Kritik:
Mit „The Madison“ schlägt Taylor Sheridan ganz
bewusst einen anderen Ton als in seinen vorangegangenen Serien-Produktionen
ein. Im Gegensatz zu der harten Männerwelt, in der sich zwangsweise auch Frauen
behaupten müssen, bietet „The Madison“ nach der anfänglichen Tragödie vor
allem große Emotionen. Dass Kurt Russell nach dem tödlichen Unglück in
der Pilotfolge weiterhin im Cast auftaucht, liegt an den vielen Rückblicken,
die die erste Staffel von „The Madison“ ebenso prägen wie das Umdenken
der überzeugten Stadtmenschen nach ihrer Ankunft im ländlichen Montana. Wie
schon in „Yellowstone“ schwelgen die Serienmacher auch hier in atemberaubenden
Landschaftsbildern, die den Kontrast zum hektischen, oberflächlich wirkenden
Leben in der Großstadt nicht deutlicher machen könnten. Das liebevoll geführte
Tagebuch von Preston sorgt schließlich dafür, dass sich auch seine Frau in die
Gegend verliebt, und sie steht vor allem vor der Herausforderung, ihre Familie
zum Bleiben zu bewegen. Die Gegensätze zwischen der Gewalt und dem oberflächlichen
Luxus auf der einen Seite und dem wahren, bescheidenen, auf Zusammengehörigkeit
beruhenden Leben auf dem Lande auf der anderen ist zwar arg klischeebehaftet,
doch die hervorragenden Darsteller, die grandiosen Landschaftspanoramen und die
nie aufgesetzt wirkende Emotionalität machen die erste Staffel von „The
Madison“ mit sechs Folgen zwar zu keinem echten Serien-Highlight, aber zu
einer interessanten Ergänzung zu Taylor Sheridans Serien-Universum.
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