Mit den harten Thrillern „Narc“ (2002) und „Smokin‘
Aces“ (2006) avancierte Joe Carnahan noch zu einem Hoffnungsträger
für schick inszeniertes Spannungskino, doch nach „The A-Team“ (2010) und
„The Grey – Unter Wölfen“ (2011) drohte der kalifornische Filmemacher langsam
in der Versenkung zu verschwinden. Ein beredtes Beispiel für seine routiniert,
aber uninspirierten Regiearbeiten ist der Survival-Thriller „Not Without
Hope“ (2025) nach Nick Schuylers gleichnamigen Memoiren.
Inhalt:
Die beiden NFL Football-Spieler Marquis Cooper (Quentin
Plair) und Corey Smith (Terrence Terrell) brechen im Februar 2009
mit ihren beiden Freunden Nick Schuyler (Zachary Levi) und Will Bleakley
(Marshall Cook) von Tampa Bay zum Hochseefischen im Golf von Mexiko auf,
obwohl ein heftiger Sturm angesagt ist. Als sich der Anker unter Wasser an
einem Schiffswrack verhakt, sorgt ein leichtsinniges Manöver dafür, dass das
Boot kentert. Zwar versucht Captain Timothy Close (Josh Duhamel) als
Einsatzleiter der Küstenwache mit seinem in Alarmbereitschaft versetzten Team, die
vermissten Männer aufzuspüren, doch sind sie auf die Koordinaten der Fischer angewiesen,
um überhaupt eine Möglichkeit zur Rettung zu finden. Während ihre Angehörigen
um die Vermissten bangen, beginnt ein zäher Überlebenskampf der sich an den
Bootsrumpf klammernden Männer, wobei die niedrigen Temperaturen, die hohen
Wellen und schließlich auch Haie an den physischen wie psychischen Kräften der
Männer zehren…
Kritik:
Carnahan und seine Co-Drehbuchautoren halten sich
nicht lange mit einer Einführung ihrer Figuren auf. Kurze Trainingseinheiten
verweisen auf die beiden Football-Profis, Will erklärt beim gemeinsamen Grillen
mit seinen Freunden und der Familie, dass er gerade seinen Job im
Finanzdienstleistungssektor verloren hat, dann geht’s am frühen Morgen auch
schon aufs Meer. Würden sich die vier Freunde nicht so gewaltig
selbstüberschätzen, hätten sie die Unwetterwarnung wahrscheinlich ernst und von
ihrem Vorhaben Abstand genommen. So geraten sie – welch Überraschung! – in einen
Sturm, kentern mit ihrem Boot und halten sich bei Wassertemperaturen knapp über
10 Grad am Rumpf des Bootes fest. Captain Close erklärt seinem Team – und damit
auch den Zuschauern -, was diese Bedingungen mit den Menschen anstellen, wobei
die Profi-Sportler mit ihrem geringem Körperfett auch noch besonders gefährdet
seien. Immer wieder wechselt Carnahan die Perspektive zwischen den Männern
in Seenot, den Männern und Frauen der Küstenwache, die bei den schwierigen Wetterverhältnissen
abwägen müssen, welches Risiko sie beim Auffinden der Vermissten eingehen
können, sowie den bangenden Frauen und Eltern der Männer. „Not Without Hope“
ist dann am besten, wenn die Kamera dicht bei den verzweifelt ums Leben
kämpfenden Männern bleibt, aber die Geschichte ist schon weitaus intensiver
umgesetzt worden, so wie „All Is Lost“ mit Robert Redford als
einsamer Segler. Carnahans Film ist dagegen mit über zwei Stunden
Spielzeit nicht nur zu lang geraten, sondern viel zu unspektakulär umgesetzt,
um das Publikum zu fesseln.
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