Der Schwarze Christopher Paul Gardner ist die Personifizierung
des amerikanischen Traums schlechthin. Der alleinerziehende Verkäufer von Knochendichtemessgeräten
lebte mit seinem Sohn teilweise als Obdachloser und schaffte nach einem nebenbei
absolvierten Praktikum als Broker den Aufstieg zum Self-Made-Millionär. Nachdem
er seine Geschichte in dem Buch „The Pursuit of Happyness“ veröffentlicht
hatte, verfilmte der italienische Regisseur Gabriele Muccino („Ein
letzter Kuss“) Gardners Geschichte mit Will Smith in der
prominenten Hauptrolle.
Inhalt:
San Francisco, Anfang der 1980er Jahre. Chris Gardner (Will
Smith) lebt mit seiner Frau Linda (Thandie Newton) und dem
gemeinsamen fünfjährigen Sohn Christopher (Jaden Smith) in einer kleinen
Wohnung, deren Miete sie seit einigen Monaten bereits schuldig sind. Als
selbstständiger Handelsvertreter für neuartige Knochendichtemessgeräte, die nur
eine gering bessere Auflösung bieten als herkömmliche Röntgengeräte, dafür aber
doppelt so teuer, verkauft er längst nicht so viele Geräte, um die laufenden
Kosten abdecken zu können. Das sorgt immer wieder für Streit mit Linda, die als
Krankenschwester ebenfalls nicht genug verdient, damit die Familie sorglos
leben könnte. Sie verlässt schließlich die Stadt und ihren Mann, der eines
Tages einen Mann dabei beobachtet, wie dieser aus einem roten Ferrari-Cabrio
steigt. Als Chris erfährt, dass der Mann ein Broker ist, verfolgt er einen
Traum, von dem er sich nicht mehr abbringen lässt. Tagsüber absolviert er ein
unbezahltes Praktikum bei einer renommierten Investmentbank, abends und am
Wochenende versucht er, seine Geräte an den Mann zu bringen. Während sich Chris
in der Firma schnell einen Namen macht, schwimmen ihm privat die Felle davon.
Erst wird er wegen der Mietrückstände aus seiner Wohnung geschmissen, dann auch
aus dem Motel, so dass er gezwungen ist, sich mit seinem Sohn pünktlich um 17
Uhr in die Reihe der Obdachlosen zu stellen, um einen Schlafplatz in einem der
Heime zu ergattern. Doch die Mühen machen sich bezahlt. Am Ende seines
Praktikums erhält Chris die ersehnte Festanstellung und kann wieder vernünftig
für seinen Sohn sorgen…
Kritik:
Wie sehr Hollywood auf schlichte Geschichten der Marke Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär
steht, macht die Lebensgeschichte von Chris Gardner deutlich, die Steven
Conrad als Drehbuch verfasst hat und dabei einige entscheidende Änderungen
vorgenommen hat. So wurde aus Gardners Säuglings-Sohn ein Fünfjähriger, der mit
Will Smith‘ eigenem Sohn Jaden wunderbar besetzt ist. Das
Vater-Sohn-Gespann sorgt mit sehr einfühlsamen Momenten, in denen der Junge
trotz der Hektik und Armut und Traurigkeit nie den Glauben an seinen Vater
verliert. Und während Gardner im realen Leben einen kleinen Lohn für sein
Praktikum erhielt, geht er in der Filmversion leer aus. Das zweistündige Melodram
konzentriert sich vor allem auf die finanzielle Misere der Gardners, die zunehmend
zu höheren Spannungen in der Ehe führt. Interessanterweise sind es in „Das
Streben nach Glück“ die Wohlhabenden, die als gütig, verständnisvoll und
hilfsbereit gezeigt werden, während Hippies, Arme und Verrückte das Asoziale in
der Gesellschaft verkörpern. Diese überzogen demonstrierte Diskrepanz zählt
fraglos zu den großen Schwächen des Films. Dafür ist Chris Gardners langer
Leidensweg und sein unbeirrtes Festhalten an seiner beruflichen Karriere sehr
überzeugend und eindringlich dargestellt, was auch Will Smith zu verdanken
ist, der völlig in seiner Rolle aufgeht. „Das Streben nach Glück“ ist
vor allem eine einfühlsame Geschichte über die Liebe eines Vaters zu seinem
Sohn. Und diese Botschaft kommt auch geschickt inszeniert beim Publikum an.
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