Nikita

Bevor Luc Besson mit seinem Meisterwerk "Léon - Der Profi" international für Furore sorgte, demonstrierte er bereits mit dem thematisch ähnlich angelegten Thriller-Drama "Nikita", dass er ein vor allem visuell beeindruckender Filmemacher ist. 
Nachdem Nikita (Anne Parillaud) bei einem völlig missglückten Überfall im Drogenrausch einen Polizisten erschossen hat, muss sie eine lebenslängliche Haft verbüßen, doch offensichtlich soll ihre verwerfliche Tat auch mit dem Tod bestraft werden. Der mysteriöse Regierungsbeamte Bob (Tchéky Karyo) hält Nikita allerdings noch eine Tür in die Freiheit offen - nämlich als Auftragskillerin. Gezwungenermaßen nimmt Nikita das Angebot an und überrascht ihren Mentor mit unkonventionellen Lernerfolgen. Ihre Feuerprobe besteht Nikita meisterhaft, doch als sie in die Freiheit entlassen wird, fällt ihr es schwer, ein normales Leben zu führen. Erst als sie sich in den sympathischen Kassierer Marco (Jean-Hugues Anglade) verliebt, scheint Nikita glücklich zu sein. Da sie Marco aber nichts über ihre Vergangenheit und ihre Profession erzählen darf, steht die Beziehung unter keinem guten Stern. 
Wenn "Léon - Der Profi" (1995) bis heute als das Meisterwerk im Schaffen des französischen Regisseurs, Drehbuchautoren und Produzenten Luc Besson ("Subway", "The Lady") gilt, durften die maßgeblich an dem Film beteiligten Personen fünf Jahre zuvor bei "Nikita" ihre Fertigkeiten perfektionieren. Kameramann Thierry Arbogast hält das unorthodoxe Treiben von Bessons Titelheldin in bunten, aber unterkühlten Bildern fest, die von Eric Serras stimmungsvollen Synthi-Score perfekt untermalt werden. Und auch Jean Reno, der mit seiner Nebenrolle als Killer Victor schon einen besonderen Glanzpunkt setzt, muss seinen Regisseur dermaßen überzeugt haben, dass dieser ihn später mit der Hauptrolle in "Léon – Der Profi" besetzt hat. 
Im Mittelpunkt des Films steht aber Anne Parillaud, die ihrer Figur die nötige Zerbrechlichkeit, aber auch Entschlossenheit mitgibt um den dramatischen Aspekt des Films überzeugend zu transportieren. Zwar lässt es Besson auch nicht an Action und ordentlichen Schießereien fehlen, aber im Gegensatz zu den von ihm produzierten Actionern wie die "Transporter"-Serie oder "Kiss Of The Dragon" nimmt dieser Part in "Nikita" einen verhältnismäßig kleinen Raum ein. 
Man merkt, dass Besson viel mehr Wert auf die Geschichte legt, die von den Darstellern wunderbar getragen wird. Wie großartig Bessons Werk gelungen ist, lässt sich vor allem im direkten Vergleich mit John Badhams Remake "Codename: Nina" feststellen, wo die Action den tragischen Aspekt der Geschichte gar nicht recht zur Entfaltung kommen lässt. 

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