The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

Der spanische Filmemacher Jaume Collet-Serra hat seit seinem Debütfilm „House of Wax“ aus dem Jahr 2005 bislang nur noch einmal mit „Orphan – Das Waisenkind“ (2009) im Horrorgenre gewirkt, anschließend tobte er sich mit seinem Star Liam Neeson im Action-Genre („Unknown Identity“, „Non-Stop“, „Run All Night“) aus. Mit „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ kehrt er nun zu seinen Wurzeln zurück und präsentiert einen atmosphärisch dichten Hai-Survival-Schocker.
In Gedenken an ihre Mutter, die nach langem Kampf ihrem Krebsleiden erlegen ist, reist die texanische Surferin Nancy (Blake Lively) nach Abbruch ihres Medizinstudiums an einen geheimen mexikanischen Strand, an dem bereits ihre Mutter die Wellen geritten hatte. In dieser paradiesischen Idylle lernt sie zwei Surfer kennen, die allerdings in der Abenddämmerung ihre Bretter zusammenpacken und den Strand verlassen.
Als Nancy auf eine letzte Welle wartet, wird sie von einem Hai angegriffen und in den Oberschenkel gebissen. Mit viel Glück und starkem Überlebenswillen kann sie sich auf einen Felsen retten. Nachdem sie ihre klaffende Wunde versorgt hat, entwickelt sich die geplante Rückkehr zum rettenden Ufer zu einer kräftezehrenden Geduldsprobe, während der Hai immer wieder seine Runden zieht und auf eine Gelegenheit wartet, sein Opfer anzugreifen.
„The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ beginnt wie ein Werbefilm für den Surfsport. In atemberaubenden Bildern fängt Kameramann Flavio Martínez Labiano („The Gunman“, „Non-Stop“) den Zauber des wunderschönen Strands, der gewaltigen Wellen und der artistischen Surf-Manöver ein. Doch mit der nahenden Dunkelheit macht sich auch das Grauen in Gestalt eines extrem gerissenen und brutalen Hais breit. Im Folgenden bezieht der Horror-Schocker seine Spannung ganz aus dem faszinierenden Zweikampf zwischen Nancy und dem Hai. Dabei entwickelt die junge Frau eben jenen Kampfgeist, der bei ihrer Mutter zwar nicht ausgereicht hat, um den Krebs zu besiegen, weshalb Nancy auch das Medizinstudium hinschmeißen will, der aber bei ihr selbst ungeahnte Kräfte freisetzt.
Natürlich kommen ihr dabei die aus dem Studium gewonnenen Erkenntnisse zugute, aber sie entwickelt tatsächlich viel Mut und Erfindungsreichtum, um dem Hai zu entkommen.
Dass das Konzept wunderbar aufgeht, ist vor allem der physischen Präsenz von Blake Lively („Savages“, „Für immer Adaline“) zu verdanken, die eine atemberaubende One-Woman-Show absolviert. Collet-Serra tut auch gut daran, den Hai nicht allzu offensichtlich in Szene zu setzen, sondern das Geschehen ganz aus Nancys Perspektive zu erzählen. So ist ihm mit „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ ein echtes Highlight innerhalb des Hai-Horror-Genres gelungen, das immer wieder mit geschickten Spannungs- und Stimmungswechseln sowie einem starken Finale überzeugt.
"The Shallows - Gefahr aus der Tiefe" in der IMDb

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