Saw VI

Nach dem Tod von FBI-Agent Strahm hört sich Detective Hoffman (Costas Mandylor) in aller Seelenruhe an, wie seine Kollegen an dem letzten Tatort des Jigsaw-Killers reichlich Indizien dafür gefunden haben, dass Strahm der gesuchte Nachfolger von Jigsaw (Tobin Bell) gewesen sein muss. Derart in Sicherheit gewogen kann Hoffmann nun recht unbehelligt Jigsaws Erbe fortführen und schnappt sich mit William (Peter Outerbridge, „ReGenesis“) den skrupellosen Manager einer Krankenkasse, die mit ihrer Firmenpolitik etliche Leben zu Grunde gerichtet hat, auch das von Jigsaw, dem eine alternative Behandlungsmethode versagt wurde. 
Nun muss William für seine menschenverachtende Geschäftspraktiken büßen. Ihm bleibt genau eine Stunde, um Jigsaws Spielchen in einem tödlichen Labyrinth mitzuspielen und schwerwiegende, teils schmerzliche Entscheidungen zu treffen. 
Nachdem mit David Hackl in „Saw V“ der Szenenbildner und Regieassistent der vorherigen drei bzw. zwei „Saw“-Sequels die Regie übernehmen durfte, inszenierte Stammcutter Kevin Greutert diesmal den nach wie vor beliebten Spießrutenlauf, auch wenn das Publikumsinteresse nach den letzten weniger gelungenen Filmen der Reihe allmählich nachlässt. Daran wird auch „Saw VI“ nichts ändern. Schließlich beruht das außergewöhnliche Konzept der Horror-Reihe ja darauf, dass auf das Geschehen der vorherigen Filme immer wieder zurückgeschaut und in ein neues Licht getaucht wird. Auch in „Saw VI“ taucht Jigsaw immer wieder in Rückblenden auf. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Jigsaw-Witwe Jill (Betsy Russell) zuteil, die von ihrem verstorbenen Mann eine Kiste mit sechs mysteriösen Umschlägen geerbt hat. Es gibt also weitere Rätsel zu entschlüsseln. 
Große Überraschungen bieten aber weder der Plot noch die verschiedenen Folterapparaturen, die im Vergleich zu den Vorgängern wenig Neues präsentieren. Einzig die gewohnt spannende Inszenierung, der düstere Score von Stamm-Komponist Charlie Clouser und die überzeugende Darstellung von Costas Mandylor als Jigsaws legitimer Nachfolger sorgen bei „Saw VI“ für einen ansprechenden Unterhaltungswert, während die moralische Ausrichtung der Serie nach wie vor höchst fragwürdig bleibt. Man darf gespannt sein, ob der gerade produzierte Teil VII vielleicht doch mal wirklich neue Aspekte zu Tage fördert.  

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