Im Bann des Jade Skorpions

Auch wenn die besten Zeiten von Drehbuchautor und Regisseur Woody Allen („Der Stadtneurotiker“, „Manhattan“) längst passé sind, bringt er doch in schöner Regelmäßigkeit neue Filme an den Start, mit denen er selbst sein treues Publikum noch zu überraschen versteht, so auch mit „Im Bann des Jade Skorpions“, Woody Allens im Jahr 2001 inszenierter Hommage an den Film noir.

Inhalt:

Anno 1940 arbeitet der New Yorker Versicherungsdetektiv C.W. Briggs (Woody Allen) bereits seit zwanzig Jahren für die Versicherungsgesellschaft North Coast, wobei der wetteifrige, allseits beliebte Ermittler mit seinen unorthodoxen Methoden zu den besten seiner Profession zählt. Nur mit Betty Ann Fitzgerald (Helen Hunt), die seit einem halben Jahr als Expertin für Arbeitseffizienz die Büroräume der etablierten Traditionsfirma auf den Kopf stellt, wird Briggs nicht warm. Als mit seinen Kollegen Nachtclub Rainbow Room George Bonds (Wallace Shawn) fünfzigsten Geburtstag feiert, ist auch Juniorchef Chris Magruder (Dan Aykroyd) mit Miss Fitzgerald als seine Begleitung dabei. Sie zweifelt mittlerweile daran, dass Magruder sich scheiden lässt, um ihre heimliche Affäre offiziell zu machen. Als der Magier Voltan (David Ogden Stiers) für eine Vorführung seiner Kunst der Hypnose ausgerechnet C.W. Briggs und Betty Ann Fitzgerald gemeinsam auf die Bühne bittet, lässt er die beiden nicht nur für einen Moment glauben, sie wären unsterblich ineinander verliebt, er sorgt auch dafür, dass Briggs bei dem Codewort Konstantinopel Voltans Anweisungen befolgt, wertvolle Juwelen seiner Klienten zu stehlen...

Kritik:

Woody Allen macht sich mit „Im Bann des Jade Skorpions“ einen Spaß daraus, sich nicht nur als erfolgreicher und ausgebuffter Versicherungsdetektiv zu präsentieren, sondern darüber hinaus auch als notorischer Frauenheld, dem mit mal die attraktive Blondina Laura Kensington (Charlize Theron) widerstehen kann. Allen wartet mit den klassischen Ingredienzen des Film noir auf, wobei er selbst den smarten Detektiv verkörpert und Charlize Theron die typische Femme fatale. Aber der Filmemacher begnügt sich nicht damit, diese Film-noir-Charakteristika nur zu kopieren. Stattdessen verbindet er sie auf seine eigene Weise mit den Screwball-Comedy-Elementen von Großmeistern wie Frank Capra, George Cukor, Howard Hawks und Billy Wilder, um eine amüsante Tour de force zu inszenieren, die vor Witz nur sprüht. Dabei spielen sich vor allem Woody Allen und Helen Hunt („Besser geht’s nicht“, „Was Frauen wollen“) gekonnt die Bälle zu, dass es eine Freude ist.

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