Stormy Monday

Dass das Regiedebüt des ehemaligen Rockmusikers Mike Figgis von dem großartigen Kameramann Roger Deakins („No Country For Old Men“, „Fargo“, „Skyfall“) sagt bereits einiges über „Stormy Monday“ (1988) aus. Mit dem ebenso wie Mike Figgis aus Newcastle-upon-Tyne stammenden Sting in einer der tragenden Hauptrollen als Jazz-Club-Besitzer und den Hollywood-Stars Melanie Griffith und Tommy Lee Jones bestens besetzten Neo-Noir-Thriller besticht weniger der Plot als die düstere, von experimentellem Jazz begleitete Atmosphäre.

Inhalt:

Während in Newcastle an diesem Morgen die „American Week“ mit einer Reihe von Kulturveranstaltungen beginnt, die den amerikanischen Investor Cosmo (Tommy Lee Jones) und viele Touristen in die Stadt bringt, sucht der bei seiner verreisten Freundin Jane untergekommene Arbeitslose Brendan (Sean Bean) nach einem Job. Er stellt sich im „Key Club“ bei dessen Besitzer Finney (Sting) vor, um sich für die in der Zeitung ausgeschriebene Stelle als Reinigungskraft zu bewerben, doch bevor es ans Putzen geht, soll Brendan erst einmal das einen Tag zu früh angereiste Krakau Jazz Ensemble vom Flughafen abholen und ins Hotel bringen. Dort trifft er die aus Minnesota stammende Kellnerin Kate (Melanie Griffith) wieder, mit der er am Morgen bereits in einem Kaufhaus zusammengestoßen war. Sie verabreden sich für einen Drink nach ihrer Schicht. Bis dahin bekommt Brendan zufällig mit, wie zwei Männer darüber reden, Finney einen Denkzettel zu verpassen. Wie Brendan später erfährt, will Finney dem großspurigen Mr. Cosmo nämlich seinen Club nicht verkaufen. Der amerikanische Unternehmer will im großen Stil die Hafengegend der herunter gekommenen Industriestadt sanieren und sich selbst eine goldene Nase verdienen, doch mit angedrohter Gewalt ist bei Finney nicht viel zu erreichen. Allerdings steht damit auch Kate in der Schusslinie, die als ehemalige Geliebte von Cosmo noch immer auf seiner Gehaltsliste steht und dem Stadtrat von Newcastle gefügig sein soll…

Kritik:

Als ehemaliger Musiker legt Mike Figgis in seinem Regiedebüt viel Wert auf die adäquate Musik. Während er selbst den instrumentalen Underscore beisteuerte, sorgen die Free-Jazz-Klänge des Krakau Jazz Ensemble und Stücke wie „(Call it) Stormy Monday“ und „The Thrill Is Gone“ in Versionen von B.B. King für die passende Stimmung in diesem geradlinig erzählten Neo-Noir, dessen Plot um die rabiate Durchsetzung von Geschäftsinteressen nicht unbedingt neu ist, aber in der Figuren-Konstellation dramaturgisch überzeugt. Da sitzt vor allem die Kellnerin Kate zwischen den Stühlen, wenn sie sich in den Angestellten des Mannes verliebt, den ihr Ex und Boss am Boden liegen sehen möchte. Aber auch Sean Bean als aufrichtiger Handlanger mit Herz und Mut sieht sich Ereignissen und Entscheidungen gegenüber, von denen er zuvor noch keine Ahnung hatte. Vor dem Hintergrund des brutalen Geschäftsgebarens zwischen Cosmo und Finney entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, die den emotionalen Rahmen für ein packendes Drama bildet, das durch die gelungene Verbindung aus kraftvoll komponierten Bildern, toller Musik und starken Figuren besticht.

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