Dune: Part Two
Frank Herberts epischer, 1965 veröffentlichter Science-Fiction-Klassiker
„Dune“ galt seit jeher als unverfilmbar. Erste Umsetzungsversuche durch
Kult-Regisseur Alejandro Jodorowsky scheiterten in den 1970er
Jahren, David Lynchs Adaption aus dem Jahre 1984 gilt bei Fans mehr als
umstritten. Erst das kanadische Wunderkind Denis Villeneuve („Enemy“,
„Sicario“, „Prisoners“) wurde 2021 mit „Dune: Part One“ der
Romanvorlage in nahezu jeder Hinsicht gerecht. Daran schließt sich die 2024
entstandene Fortsetzung „Dune: Part Two“ nahtlos an, wobei die
Geschichte deutlich an Fahrt aufnimmt.
Inhalt:
Prinzessin Irulan (Florence Pugh), Schülerin von
Mohiam (Charlotte Rampling), der Anführerin der Bene Gesserit, zeichnet
nach der vermeintlich vollständigen Vernichtung des Hauses Atreides durch ihren
Vater, Imperator Shaddam IV. Corino (Christopher Walken), eine Botschaft
über ihre Vermutung auf, dass Paul Atreides (Timothée Chalamet) noch am
Leben sein könnte. Tatsächlich ist Paul auf dem Wüstenplaneten Arrakis mit den
Fremen im Gebirge unterwegs. Zusammen mit seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca
Ferguson) fand er nach dem Tod seines Vaters Leto I. Atreides und dem vom
Imperator befohlenen Angriff auf Arrakeen durch die Harkonnen eine Zuflucht bei
den Fremen. Einer ihrer Anführer, Stilgar (Javier Bardem), sieht darin
ebenso wie viele in seinem Volk ein Zeichen dafür, dass Paul der „Lisan
al-Gaib“ ist, der Messias und Prophet ihrer Religion. Nachdem er die Bräuche
und Lebensgewohnheiten der Fremen erlernt hat, nimmt er an einem Initiationsritus
teil, bei dem er erfolgreich auf einem Sandwurm reitet. Jessica reist in den
Süden, um sich mit den Fundamentalisten der Fremen zu vereinen, aber Paul
fürchtet seine Visionen, die ihm zeigen, dass ein heiliger Krieg ausbrechen
wird, wenn er als Messias in den Süden geht. Jessica wird durch ein Ritual –
sie trinkt das Wasser des Lebens, das aus ertränkten Sandwürmern gewonnen wird
– zur neuen „Ehrwürdigen Mutter“ und spirituellen Führerin der Fremen.
Paul verliebt sich nicht nur in die Fremin Chani (Zendaya),
sondern gewinnt auch neue Anhänger, weil er die Fremen bei Angriffen auf die Harkonnen
unterstützt. Es gelingt ihm, die Fremenanführer unter dem Banner des Hauses
Atreides zu vereinen. Rabban Harkonnen (Dave Bautista), dem Verwalter
von Arrakis, gelingt es nicht, die Attacken der Fremen zu verhindern. Immer
mehr Gewinnungsanlagen und Lagerstätten für Spice werden von ihnen zerstört.
Baron Harkonnen ersetzt ihn deshalb durch seinen sadistischen Erben und na-Baron
Feyd-Rautha (Austin Butler), der von Mohiam als möglicher „Kwisatz
Haderach“ angesehen wird und deswegen von Lady Margot Fenring (Léa Seydoux)
getestet wird, so wie einst Paul Atreides von Mohiam.
Feyd-Rautha greift alle Sietches der Fremen an, woraufhin
Paul nun doch die Fremen anführen möchte. Um dies tun zu können, trinkt er das
Wasser des Lebens, was für einen Mann normalerweise tödlich endet und verboten
ist, doch Paul überlebt und kann nun in die Zukunft sehen…
Kritik:
Mit seinem vertrauten Stab an Mitarbeitern wie Komponist Hans
Zimmer, Kameramann Greig Fraser, Cutter Joe Walker und
Drehbuch-Co-Autor Jon Spaihts taucht Denis Villeneue mit „Dune: Part
Two“ noch tiefer in Frank Herberts über 600-seitige Geschichte ein,
die sich vor allem als vertrautes Machtspiel zwischen dem Imperator, den
Harkonnen und den Fremen präsentiert und dabei auf allerlei religiöse Elemente verweist.
Dabei nimmt sich die Fortsetzung des ersten „Dune“-Abenteuers viel Zeit, Paul
Atreides auf der Flucht als jungen Mann zu etablieren, der sein Schicksal
selbst in die Hand nimmt und zum religiösen Führer der Fremen avanciert und
sich sogar in einer der ihren verliebt. Doch mit der Verantwortung kommt auch
der Machthunger, was ihn zu einer ambivalenten Figur macht. Villeneuve
gelingt es, berauschende Bilder vor allem in der Wüste zu zaubern, spektakuläre
Wurm-Action und ein paar nett choreografierte Kämpfe zu präsentieren, dies mit einem
wuchtigen Soundtrack zu untermalen und dabei ein Fest für die Sinne
abzufackeln, das bei aller audiovisueller Brillanz genügend Raum für die Entfaltung
der Geschichte bietet. Wenn es überhaupt etwas zu bedauern gibt, dann das
enorme Potenzial an großartigen Darstellern, die in ihren Nebenrollen kaum zur
Geltung kommen. Auf den im Dezember 2026 anlaufenden dritten Teil darf man
deshalb mehr als gespannt sein.


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