Animals
Ben Affleck („Armageddon – Das jüngste Gericht“, „Shakespeare
in Love“) hat nicht nur als Schauspieler schon Großes erreicht, sondern auch
als Drehbuchautor (Oscar für „Good Will Hunting“) und Produzent/Regisseur
(Oscar für „Argo“). Mit seinem neuen, für Netflix gedrehten Thriller „Animals“liefert er allerdings nur Dutzendware ab.
Inhalt:
Mark Kimball (Ben Affleck), der unabhängige Bürgermeisterkandidat
von Los Angeles, und seine Ehefrau Abigail (Kerry Washington) werden aus
ihrem scheinbar geordneten Leben gerissen, als ihr Sohn Denny (Christopher
Woodley) entführt wird, der mit ihrem mexikanischen Hausmädchen Cecilia (Adriana
Paz), deren neuem Freund Ramon (Luis Gerardo Méndez) und dessen Sohn
Hector zum Trick’n’Treat von Tür zu Tür gegangen war. Wenig später fordert der
Entführer innerhalb kürzester Zeit ein Lösegeld von sieben Millionen Dollar, das
Kimball jedoch nicht aufbringen kann, weil er – ohne Rücksprache mit seiner
Frau – alle Mittel in den Wahlkampf gesteckt hat. Kimballs politischer Berater Sam
Allison (Steven Yeun) weiß zum Glück einen – wenn auch kostspieligen – Ausweg.
Dayle Burton (Gillian Anderson), eine Spezialistin
für Entführungsfälle, verlangt zwar eine Provision von Prozent der Lösegeldsumme,
weiß aber Rat und begleitet das Paar mit Tipps für die Kommunikation mit dem
Entführer. Allerdings werden dabei auch Wahrheiten enthüllt, die das Leben der
Kimballs auf den Kopf zu stellen drohen…
Kritik:
Zwar wartet „Animals“ mit Ben Affleck und Gillian
Anderson mit prominentem Cast vor der Kamera auf, und Affleck schart
auch mit Kameramann Robert Elswit („There Will Be Blood“, „Ripley“) und
Komponist Harry Gregson-Williams („The Town – Stadt ohne Gnade“, „Königreich
der Himmel“) versierte Fachleute um sich, mit denen er bereits zuvor
erfolgreich zusammenarbeitete, doch der Knackpunkt ist das – von Affleck
mitgeschriebene – Drehbuch, das sich nicht recht entscheiden kann, ob der Fokus
der Geschichte eher auf das familiäre Drama, den politischen Wahlkampf oder die
Entführung legen soll. Mit der thematischen Vielschichtigkeit geht zwar ein
knackiges Tempo einher, doch gewinnen die einzelnen Figuren kaum Profil und vor
allem keine Sympathie, so dass man mit ihnen kaum mitfiebern kann. Am
spannendsten ist da noch der Entführungsaspekt, der vor allem ein paar
interessante moralische Fragen aufwirft, doch am Ende findet Affleck nur
eine recht vorhersehbare, enttäuschende Lösung, die „Animals“ zur mit
Abstand schlechtesten Regiearbeit des Hollywood-Stars macht.


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