Vier im roten Kreis

Im Nachtzug überführt Kriminalkommissar Mattheï (André Bourvil) den Verdächtigen Vogel (Gian Maria Volonté) an Handschellen von Marseille nach Paris, doch Vogel gelingt die Flucht aus dem Zug. Dabei trifft er auf den vorzeitig wegen guter Führung entlassenen Profi-Einbrecher Corey (Alain Delon), der zunächst seinen alten Kumpel Rico (André Ekyan) besucht. Rico war damals an dem Verbrechen beteiligt gewesen, für das Corey fünf Jahre absitzen musste, ohne Rico verpfiffen zu haben. 
Corey schnappt sich einen Packen Bargeld und eine Waffe, besucht den vom Alkohol zerrütteten Ex-Cop Jansen (Yves Montand), einen exzellenten Scharfschützen. Während die drei Gangster den Überfall auf ein streng gesichertes Juwelier-Geschäft minutiös planen, setzt der unter Druck des Polizeipräsidenten stehende Mattheï alle - auch unlautere - Hebel in Bewegung, um Vogel wieder einzufangen. Als der spektakuläre Juwelen-Raub die Schlagzeilen der Zeitungen bestimmt, kreuzen sich die Wege alter Bekannter. 
Mit seinem vorletzten Film „Vier im roten Kreis“ (1970) hat der große französische Filmemacher Jean-Pierre Melville („Der Teufel mit der weißen Weste“, „Der eiskalte Engel“) ein knapp zweieinhalbstündiges Gangster-Epos geschaffen, das die Prämissen der grundlegenden Bösartigkeit des Menschen und die Schicksalshaftigkeit des Lebens in den Mittelpunkt stellt. Alain Delon brilliert als wortkarger, aber elegant-souveräner Gangster ebenso wie André Bourvil als mit allen Mitteln arbeitender Kommissar, der sich aber rührend um seine Katzen kümmert. 
Wie sich die Wege des sympathischen und zielstrebigen Gangster-Trios mit denen des eifrigen Kriminalisten kreuzen, ist schon meisterhaft inszeniert, in meist düsteren Farben gehalten, so dass bei der letzten Konfrontation zwischen der Polizei und den Verbrechern kaum noch die Konturen der Figuren zu erkennen sind. Die präzise Bildkomposition, die markante Charakterisierung der vier Protagonisten und die spannend konstruierte Story lassen über die lange Spieldauer keine Langeweile aufkommen und machen „Vier im roten Kreis“ zu einem zu Recht viel zitierten Meisterwerk.  

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