The Gift - Die dunkle Gabe (2000)

Nach dem Tod ihres geliebten Mannes muss Annie Wilson (Cate Blanchett) in der amerikanischen Kleinstadt ihre drei Söhne von der mickrigen Hinterbliebenenrente aufziehen und steht dabei vor ähnlichen Problemen wie andere alleinerziehende Mütter auch. So scheint ihr ältester Sohn Mike den Verlust seines Vaters am wenigsten verarbeitet zu haben, fällt er in der Schule durch schlechte Noten und Schlägereien auf, weshalb sie von Mikes Lehrer Wayne Collins (Greg Kinnear) in die Schule zitiert wird. Da taucht auch Collins' Verlobte Jessica (Katie Holmes) auf, und als Annie die beiden zusammen sieht, befällt sie eine dunkle Vorahnung.
Annie verfügt nämlich über hellseherische Fähigkeiten und verdient sich durch Kartenlegen etwas zu ihrem Lebensunterhalt dazu. Zu ihrem festen Kundenstamm zählen der soziopathisch wirkende Automechaniker Buddy Cole (Giovanni Ribisi) und die junge Valerie Barksdale (Hilary Swank mit einer unsäglichen Frisur), die regelmäßig von ihrem cholerischen Mann Donnie (Keanu Reeves) grün und blau geschlagen wird. Doch Annies Rat, Donnie endlich zu verlassen, will Valerie auch nicht annehmen. Donnie ist natürlich wenig angetan von Annies Aufwiegelei und bedroht sie und ihre Kinder. Wenig später bewahrheitet sich Annies Vorahnung, und Jessica wird vermisst. Annie führt die Polizei zum See auf Valeries und Donnies Grundstück, wo tatsächlich Jessicas Leiche so herausgezogen wird, wie sie Annie in ihren Visionen gesehen hat.
Doch als Donnie der Prozess gemacht wird, wird Annie das Gefühl nicht los, dass der wahre Täter noch immer frei herumläuft.
Jenseits seiner erfolgreichen Horror-Filme ("Tanz der Teufel"-Trilogie, "Drag Me To Hell") und noch erfolgreicheren Comic-Adaptionen ("Spider-Man"-Trilogie und in gewisser Hinsicht auch "Darkman") hat Regisseur Sam Raimi immer mal wieder auch Ausflüge in den Mainstream unternommen, so mit der Krimi-Groteske "Ein simpler Plan" und dem Sport-Liebesmelodram "Aus Liebe zum Spiel". Mit "The Gift" hat er sich dabei etwas zwischen die Stühle gesetzt, wird die teilweise aus der Feder von Schauspieler Billy Bob Thornton stammende konventionelle Krimi-Story mit starken Mystery-Elementen verbunden.
Es ist vor allem dem bis in die Nebenrollen reichenden imposant populären Cast zu verdanken, dass "The Gift" dem Zuschauer viel Freude bereitet. Katie Holmes nervt zwar zunächst als arrogantes Dummchen, macht dann aber als barbusiges Flittchen und Wasserleiche eine gute Figur. Keanu Reeves schlägt sich konträr zu seinem Frauenschwarm-Image als prügelnder Ehemann überraschend gut, und Giovanni Ribisi ist die Rolle als tickende Zeitbombe vollkommen auf den Leib geschrieben. Vor allem aber Cate Blanchett füllt mit ihrer unglaublichen Präsenz und überzeugenden Darstellung die Leinwand aus und lässt den Zuschauer geradezu ihre Zerrissenheit nachempfinden, die die schrecklichen Visionen hervorrufen. Die schaurig-atmosphärischen Bilder von Routinier Jamie Anderson ("Tequila Sunrise", "Fatale Begierde", "Nicht schuldig") und die teils folkloristische, teils bewährt gruselige Musik von Christopher Young ("Der Exorzismus der Emily Rose", "Jennifer 8", "Copykill") runden das mystische Krimi-Drama großartig ab. 
"The Gift" in der IMDb

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