Männer sind Schweine

Schon Mario Barth proklamierte sein Comedy-Programm selbstkritisch mit dem weiblichen Allgemeinplatz „Männer sind Schweine ...“, versäumte aber auch nicht die Ergänzung mit den Worten „ ... Frauen aber auch!“. Komödien-Altmeister Howard Deutch hat bereits in den 80ern erfolgreich auf humorvolle Weise die Beziehungen zwischen Mann und Frau thematisiert („Pretty In Pink“, „Ist sie nicht wunderbar?“). Mittlerweile ist nicht nur der Regisseur älter geworden, sondern auch seine Protagonisten. Mit seinem Film „Männer sind Schweine“ geht Deutch auf ungewohnt deftige Weise dem Phänomen auf den Grund, wie schlecht Männer denn nun wirklich sind. 
Als Vorzeigeobjekt hat er mit Tank Turner (Dane Cook) ein wahres Prachtexemplar an Land gezogen. Tagsüber versucht er mit lockeren Sprüchen die Reklamationen abzuschmettern, die Kunden eines Luftfiltersystems vortragen, doch seine wahre Meisterschaft liegt darin, Frauen das mieseste Date ihres Lebens zu bescheren, damit sie wissen, was sie an ihrem derzeitigen oder gerade abgeschossenen Lover haben. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet sein bester Freund Dustin (Jason Biggs) seine Dienste in Anspruch nehmen würde. Als er bei seiner hübschen Kollegin Alexis (Kate Hudson) nicht wie gewünscht zum Zuge kommt, soll es Tank richten. Allerdings lässt sich Alexis kaum von Tanks Arschloch-Tour beeindrucken. 
Die erste Hälfte des Films bietet eine fulminante One-Man-Show von Dane Cook („Der Glücksbringer“, „Dan - Mitten im Leben“), der in einer Tour unverschämte Macho-Sprüche an die Frau bringt und sie dermaßen erniedrigt, dass sie reumütig zu ihren Männern zurückkehren. So weit, so gut - oder auch nicht. Sobald sich Tank jedenfalls in die Freundin seines besten Freundes verguckt, nimmt der Film genau jene Richtung ein, die er anfangs offensichtlich noch zu attackieren versuchte, nämlich die konventionelle romantische Komödie. Je mehr sich „Männer sind Schweine“ auf diese Spur begibt, umso mehr geht dem Film die Luft aus und wird Dane Cooks Spielfreude zunehmend durch Kate Hudsons nicht allzu prickelnde Performance absorbiert. Der erfrischend andere Ansatz der ersten Hälfte wird so fahrlässig verraten, so dass der Comedy-Zwitter weder Mario-Barth-Fans (die nach der ersten Hälfte abschalten), noch das weibliche, auf romantische Komödien abonnierte Publikum (die gar nicht erst einschalten) ansprechen dürfte.  

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