Zatoichi Meets Yojimbo

Seit der 1962 von Kenji Misumi überraschend erfolgreichen adaptierten Kurzgeschichte „The Tale of Zatoichi“ von Kan Shimozawa hat sich das „Zatoichi“-Franchise zu einer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte des japanischen Kinos entwickelt und präsentierte nach einer zweijährigen Pause 1970 mit „Zatoichi Meets Yojimbi“ den bereits 20. Beitrag zu einer Filmreihe, die vor allem durch Zatoichi-Darsteller Shintaro Katsu zu einem Publikumsmagneten avancierte. Als besonderes Highlight präsentierte „Zatoichi Meets Yojimbi“ – wie der Titel bereits andeutet – ein Wiedersehen mit Superstar Toshiro Mifune, der hier seine Rolle aus Akira Kurosawas Genreklassikern „Yojimbo“ (1961) und „Sanjuro“ (1962) verkörpern durfte. 

Inhalt: 

Um sich etwas von seinen Strapazen durch das unermüdliche Wandern und die damit einhergehenden kämpferischen Auseinandersetzungen mit Yakuzas und bösen Bosse zu erholen, sucht sich der blinde Masseur und exquisite Schwertkämpfer Zatoichi (Shintaro Katsu) ein von ihm sehr geschätztes Dorf auf, in dem er zuletzt vor drei Jahren gewesen war. Er muss jedoch schnell erkennen, dass sich die Dinge seit seiner Abwesenheit nicht zum Besseren gewendet haben. 
Nach einer schweren Dürre und einem Massaker, haben die Kobotoke-Yakuzas das Sagen im Ort. Neben Boss Masagoro (Masakane Yonekura) und dessen Bruder Sanaemon Goto (Toshiyuki Hosokawa) zählt vor allem der Vater der beiden dazu, der Seidenhändler Yasuke Eboshiya (Osamu Takizawa), zugleich Oberhaupt des Ortes. Wegen illegaler Gold-Schiebereien misstrauen sich die drei Männer gegenseitig und spinnen ihre jeweils eigenen Intrigen, um möglichst viel aus dem Geschäft für sich herauszuholen, ohne dass der angekündigte Inspektor des Shoguns Wind davon bekommt. 
Um sich und seine Geschäfte zu schützen, hat Boss Masagoro einen Yojimbo (Leibwächter) namens Sassa Daisuke (Toshiro Mifune) angeheuert, der aber sein eigenes Spiel verfolgt und ein Agent des Shogunats ist. Dazu ist noch die bildschöne Wirtin Umeno (Ayako Wakao) und der gemeingefährliche Killer Kuzuryu (Shin Kishida) involviert, der von dem Kopfgeld, das auf Zatoichi ausgesetzt ist, scharf ist. Nicht zuletzt durch die Gespräche mit dem alten Bildhauer Hyoroko (Kanjuro Arashi) gelingt es Ichi, sich ein differenziertes Bild von der Lage zu machen. Zatoichi und Sassa Daisuke beschließen, gemeinsam die konkurrierenden Yakuzas gegeneinander auszuspielen, doch am Ende könnten sie sich selbst in einem Duell gegenüberstehen… 

Kritik: 

Da Ichi-Darsteller Shintaro Katsu zwischenzeitlich mit anderen Projekten beschäftigt gewesen war, ließ nach dem 1968 inszenierten „Samaritan Zatoichi“ eine Fortsetzung ungewöhnlich lange zwei Jahre auf sich warten. Der prominente Filmemacher Kihachi Okamoto („Sword of Doom“, „East meets West“) inszenierte erst- und letztmalig einen Beitrag zum „Zatoichi“-Franchise und blähte es auf extrem lange zwei Stunden auf, was der Dramaturgie nicht immer gut bekommt, denn die beliebten Schwertkämpfe machen trotz einiger Massenkampfszenen nicht so viel her wie in den früheren Filmen. Dafür nimmt sich der Film viel Zeit, das komplexe Machtgefüge in dem einst so wohlgefälligen Dorf zu sezieren und die Beziehungen zwischen den wichtigsten Beteiligten in ausführlichen Dialogen darzustellen. 
Das Aufeinandertreffen zweier Kultfiguren des japanischen Kinos, Zatoichi und Yojimbo, fällt leider auch weit unspektakulärer aus als erhofft, aber die Gespräche zwischen dem oft angetrunkenen Yojimbo und dem ironischen Zatoichi zählen zu den Highlights des Films, in dem mit Umeno natürlich wieder eine attraktive Frau von mehreren Männern begehrt wird. 
Bei so vielen Beteiligten läuft die Handlung schon mal aus dem Ruder und zieht einige Längen nach sich. Dafür gerät Ichi an einige durchaus gleichwertige Gegner, die ihm ordentlich zusetzen. Das Thema der Gold-Schieberei wird gerade im Finale wunderbar pointiert ausgespielt und sorgt für ein weiteres Highlight des ebenso komplexen wie unnötig langatmigen Films. 

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