Zatoichi the Fugitive

Das Eisen schmieden, solange es noch heiß ist: Als würde Daiei dem Erfolg nicht so recht trauen, den ihnen die ersten drei Filme um den blinden Masseur und exquisiten Schwertkämpfer Zatoichi einbrachten, konnte das Studio es gar nicht abwarten, Tokuzo Tanaka, der bereits den dritten Film „New Tale of Zatoichi“ (1963) inszeniert hatte, noch im selben Jahr den nächsten Film abdrehen zu lassen.  

„Zatoichi the Fugitive“ (hierzulande auch als „Ein Kopfgeld auf Zatoichi“ bekannt) erweist sich einmal mehr als sorgfältig in Szene gesetzte Fortsetzung der Reihe um den einsamen Wanderer, der nirgends zur Ruhe kommen kann. 
 

Inhalt: 

Auf seiner Reise durch das Land findet Ichi (Shintaro Katsu) Gefallen an einem Wettkampf von Sumo-Ringern und stellt sich dem momentanen Champion, um sich ein Preisgeld zu verdienen. Der blinde Ichi besiegt fünf sehende Gegner und freut sich über seinen Gewinn. Doch als er später wieder allein ist, wird er von Kisuke angegriffen, einem jungen Yakuza-Mann, den er noch nie getroffen hat und der Ichi nicht gewachsen ist. Auf seine Frage, warum er ihn angegriffen hat, erwähnt Kisuke eine Belohnung von zehn Ryō, die er für das Töten von Ichi bekommen hat. Kisuke offenbart Ichi, dass seine Mutter ebenfalls Yakuza ist, stirbt jedoch, bevor er verraten kann, wer das Kopfgeld auf Ichi ausgesetzt hat. Ichi wandert zum Haus der Yakuza-Familie Shimonida. 
Dort ist Kisukes Mutter Maki (Sachiko Murase) mit mehreren Yakuza-Familienbossen bei dem jungen neuen Erben der Shimonida-Yakuza-Familie, Sakichi (Junichiro Narita), zu Besuch. Ichi berichtet Maki von Kisukes Tod und bittet sie um Vergebung. Er erzählt, dass er Kisuke in einem fairen Kampf gemäß dem Yakuza-Kodex getötet habe, und gibt ihr zehn Ryō, von denen er behauptet, Kisuke habe ihn gebeten, sie ihr zu geben. 
Währenddessen übernachtet Ichi in einem Gasthaus in der Stadt und trifft auf eine Frau namens Otane (Masayo Banri), für die er einst leidenschaftliche Gefühle hegte und möglicherweise immer noch hegt. Tane ist nicht mit einem Zimmermann verheiratet, wie sie es geplant hatte, sondern mit einem aufbrausenden Ronin namens Tanakura (Jutaro Hojo). Sie erzählt Ichi, dass sie und ihr Mann viele schlechte Dinge getan haben. Die Adoptivtochter des Gastwirts Nobu ist in Sakichi verliebt, aber ihr Vater Shimazo ist nicht mit ihm einverstanden. Boss Yagiri (Toru Abe), einer der besuchenden Yakuza, sieht Sakichi als schwachen Boss, möchte in das Territorium vordringen und verlangt, dass Ichi getötet wird, sonst würde Sakichi seine Position verlieren. Zatoichi gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Yakuza-Clans, die ihm eine Falle stellen… 

Kritik: 

Der versierte Regisseur Tokuzo Tanaka und sein virtuoser Kameramann Chikashi Makiura (der immerhin acht der 26 Zatoichi-Filme fotografieren sollte) haben die Geschichte um den rastlos durch das Land wandernden blinden Masseur Ichi in „Zatoichi the Fugitive“ konsequent weitergesponnen. 
Die sommerlichen Bilder schon in der ersten Szene beschwören eine hitzige Atmosphäre herauf, der der besonnene, aber in kritischen Situationen erstaunlich schnelle Ichi stets gelassen entgegensieht. 
Der vierte Film der erfolgreichen Zatoichi-Reihe bedient sich eines Yakuza-Treffens anlässlich eines Festivals, um mehr gewalttätige Auseinandersetzungen in Szene setzen zu können, bei denen Ichi natürlich oft genug im Mittelpunkt steht und mehr Gegner zur Strecke bringen muss als zuvor. 
Neben der Action ist aber natürlich wie gewöhnlich genügend Raum, um schöne Japanerinnen um Ichis Gunst buhlen zu lassen. Dass die bereits in den ersten beiden Filmen als wunderschöne Otane agierende Masayo Banri erneut am Start ist, schafft einen schönen Bezug zum Beginn der Filmreihe und setzt einige dramatische Ereignisse in Gang. 
Die Story ist durch die Verwicklung der unterschiedlichen Yakuza-Gangs etwas undurchsichtig, doch das Gleichgewicht zwischen emotionaler Tiefe und überzeugender Action macht „Zatoichi the Fugitive“ zu einem würdigen Sequel, in dem Shintaro Katsu einmal mehr äußerst facettenreich als sympathischer Einzelgänger brilliert.  

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