Gladiator

Nach seinem letzten großen Sieg in Germanien sehnt sich der allseits beliebte General Maximus (Russell Crowe) danach, nach über zwei Jahren endlich wieder zu Frau und Sohn nach Hause zurückkehren zu können. Doch der alternde Kaiser Marcus Aurelius (Richard Harris) hat noch eine letzte Aufgabe für den kriegsmüden Helden: Als sein Nachfolger soll Maximus Rom von seinem korrupten Wesen befreien und wieder zu altem Glanz zurückführen. Mit diesem Wunsch stößt Marcus Aurelius seinen Sohn Commodus (Joaquin Phoenix) vor den Kopf, der daraufhin seinen alten Herrn erstickt und als rechtmäßiger Nachfolger seine erste Amtshandlung darin sieht, Maximus, der ihm die Gefolgschaft verweigert, ebenso umbringen zu lassen wie dessen Familie. 
Doch Maximus kann seine Mörder ausschalten und fliehen. Sein Zuhause findet er allerdings zerstört, die Leichen von Frau und Kind verbrannt vor. Die Truppen des Kaisers haben schon Maximus' Heimkehr erwartet, fassen ihn und verkaufen ihn auf dem Sklavenmarkt an den Proximus (Oliver Reed), der eine Gladiatorenschule betreibt und schnell erkennt, dass Maximus eine große Zukunft bevorsteht. In Roms mächtigen Kolosseum vertreiben sich nicht nur Commodus, seine schöne Schwester Lucilla (Connie Nielsen) und ihr Sohn Lucius die Zeit mit den Gladiatorenkämpfen, mit denen das Volk unterhalten und ruhig gestellt werden soll: für Maximus und seine tapferen Kollegen Juba (Djimon Hounsou) und Hagen (Ralf Moeller) bietet die Arena die Möglichkeit, ihre Freiheit wiederzuerlangen. Mit seinen spektakulären Siegen erobert Maximus das römische Volk im Sturm. Bei der Siegerehrung muss Commodus überrascht feststellen, dass sein Widersacher noch am Leben ist und Rache für die Auslöschung seiner Familie schwört. 
40 Jahre nach den letzten großen Monumental-Schlachten-Epen „Ben Hur“ und „Spartacus“ füllte Ridley Scott im Jahre 2000 ein vergessen geglaubtes Genre mit neuem Leben und schuf einen überwältigendes, im Extended Cut fast dreistündiges Action-Feuerwerk vor der prächtigen Kulisse des antiken Rom. Mit dem satten Budget von 100 Millionen Dollar konnte Scott sich nicht nur eine bombastische Ausstattung, prächtige Kulissen und ausgefeilte Special Effects leisten, sondern er konnte so vor allem auch die spektakulären Schlachten gegen die Barbaren und im Kolosseum eindrucksvoll in Szene setzen. Doch bei allem Prunk und Bombast hat Ridley Scott seine Figuren nie aus den Augen verloren. Russell Crowe dominiert das Geschehen auf der Leinwand jederzeit und stellt überzeugend die Wandlung seiner Figur vom gefeierten Kriegshelden zum unterdrückten Sklaven bis hin zum unbezwingbaren Gladiator dar. Daneben glänzen aber auch Joaquin Phoenix als vom Vater stets zurückgewiesener, machthungriger und seine Schwester begehrender Thronräuber, Oliver Reed (der leider während der Dreharbeiten verstarb) als Maximus' Förderer sowie Connie Nielsen als Maximus' früherer Geliebte, die zunehmend Verachtung für ihren Bruder empfindet. 
Passend zu den monumentalen Kulissen und den berauschenden Bildern aus einer glänzenden Epoche wirkt der bombastische Soundtrack von Hans Zimmer, wobei die besonders tragischen Momente des Films durch Lisa Gerrards überirdische Stimme noch an Eindringlichkeit gewinnen. Bei so viel gekonnter Action und geballter Shakespeare-Tragik kommt in den drei Stunden Spielzeit keine Langeweile auf. 

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