Final Destination 3

Dem ehemaligen „Axte X“-Co-Produzenten und -Gelegenheitsregisseur James Wong ist 2000 mit seinem Langfilm-Regiedebüt „Final Destination“ nicht nur ein für das Genre ungewöhnlich interessanter, sondern vor allem extrem erfolgreicher Horror-Film gelungen, der den Tod selbst zum Hauptdarsteller und verantwortlich für allerlei skurrile Todesfälle machte. Nachdem „Final Destination“ mit einem Budget von gut 23 Millionen Dollar realisiert wurde und weltweit fast das Fünffache an den Kinokassen einspielte, folgte 2003 das obligatorische, diesmal von David R. Ellis („Final Call“, „Snakes on a Plane“) inszenierte Sequel, das immerhin noch mehr als das Dreifache seines Budgets einbrachte. Für das nächste Sequel, „Final Destination 3“ (2006), kehrte Wong wieder auf den Regiestuhl zurück, doch sind die Abnutzungserscheinungen der Story hier schon stark erkennbar. 

Inhalt: 

Wendy Christensen (Mary Elizabeth Winstead) will ihren High-School-Abschluss mit ein paar Freunden in einem Vergnügungspark feiern, doch vor dem Betreten der Achterbahn beschleicht sie ein mulmiges Gefühl, das sich nach dem Besteigen der Wagen zu einer handfesten Vision über ein tödliches Unglück verdichtet. Von Panik ergriffen verlassen Wendy und einige ihrer Freunde die Achterbahn, nur um wenig später mitanzusehen, wie sich das Unglück genauso wie in ihrer Vision ereignet und ihr Freund, ihre beste Freundin Carrie sowie weitere Schulkameraden in den Tod gerissen werden. Doch damit sind Wendy und ihre überlebenden Freunde noch nicht gerettet. Als die beiden Freundinnen Ashley (Chelan Simmons) und Ashlyn (Yan-Kay Crystal Lowe) im Sonnenstudio den Temperaturregler hochdrehen und mit dem Kondenswasser eines abgestellten Getränkebechers einen Kurzschluss auslösen, verbrennen sie nach einer weiteren Verkettung unglücklicher Umstände in ihren Solarien. Während Wendy auf den Fotos, die sie von dem Ausflug im Vergnügungspark gemacht hat, Hinweise auf die Todesumstände der zunächst das Unglück Überlebenden entdeckt, stößt Carries Freund Kevin Fischer (Ryan Merriman) im Internet auf eine ähnliche Geschichte, die sich im Zusammenhang eines Flugzeugabsturzes ereignete, worauf die Überlebenden ebenfalls nach und nach mutmaßlichen Unglücksfällen zum Opfer gefallen waren. Anhand der Hinweise auf den Fotos versuchen Wendy und Kevin nun ihrerseits, den Tod zu überlisten, doch wird ihr Unterfangen durch die Tatsache erschwert, dass sie die Namen von zwei Überlebenden nicht kennen… 

Kritik: 

Bei den Slasher-Klassikern „Halloween“, „Freitag, der 13.“, „A Nighmare on Elm Street“ und „Hellraiser“ waren es die ikonisch maskierten Killer, die in den unzähligen Sequels ihr soziopathisches Treiben in verschiedenen, aber selten noch originellen Variationen fortsetzten. Im „Final Destination“-Franchise steht über allem die Grundidee, dass die Protagonisten jeweils von einer Vision heimgesucht werden, die auf ein nahendes Unglück hinweist, und zusammen mit ein paar Schicksalsgefährten dem Tod zunächst von der Schippe springen, worauf der Tod die Überlebenden nach und nach auf raffinierte Weise einsackt. 
Nach dem Flugzeugabsturz in „Final Destination“ und der Massenkarambolage auf einem Highway in „Final Destination 2“ dient im dritten Teil der Filmreihe ein Vergnügungspark als Ausgangspunkt für die Katastrophe und die in dem Zusammenhang entstandenen Fotos als Hinweisgeber, um eine Strategie zur Überlistung des Todes zu entwickeln. Im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Filmen entwickeln die beiden „Final Destination“- Autoren Glen Morgan und James Wong in dieser Hinsicht wenig neue Aspekte. Allerdings ist der Plot ohnehin nur das Gerüst, an dem sich die immer spektakuläreren Todesfälle nacheinander aufreihen. 
Wong hat sich bereits in seinem Debüt wenig zimperlich bei der Darstellung der Todesarten gezeigt, aber im dritten Teil kann es gesetzmäßig nur eine Steigerung geben. Also hält die Kamera ordentlich drauf, wenn zwei dumpfbackige und nackte Blondinen in ihren Solarien verbrutzeln, wenn der Kopf eines Muskelprotzes zwischen zwei Gewichten im Fitness-Studio zerquetscht wird oder der Schädel einer Baumarkt-Mitarbeiterin von einer Nagelpistole durchlöchert wird. Bei all den raffiniert ausgeklügelten Unglücksfällen schießen Wong und Morgan allerdings immer wieder über das Ziel hinaus. Während auf der einen Seite die Figuren nur noch charakterlose Klischees darstellen, wirken auf der anderen Seite zu viele Zufälle mit, um die Todesarten zu realisieren. Das erhöht für den Moment zwar die Spannung, läuft nach einigen dieser Szenen aber ins Leere. 
So bietet „Final Destination 3“ zwar einen extrem hohen Bodycount und noch ausgefallenere Todesarten, bildet aber den bislang schwächsten Teil der Reihe. 

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