So sind die Tage und der Mond

Seit seinem Oscar-prämierten Erfolg mit „Ein Mann und eine Frau“ (1966) hat der französische Filmemacher Claude Lelouch eine Vorliebe dafür entwickelt, die komplexen Beziehungen zwischen Männern und Frauen in seinen Filmen zu thematisieren. Ein besonders bunter Reigen ist ihm 1990 mit dem episodischen Drama „So sind die Tage und der Mond“ gelungen, der den Einfluss des Vollmonds auf die Schicksale von dreizehn Menschen untersucht.

Inhalt:

Als ein greiser Physiker (Paul Préboist) mit Vorliebe für alte Fernsehgeräte Besuch von einer Meinungsforscherin (Arlette Gordon) bekommt, wird er nicht müde, von dem finsteren Einfluss des Mondes auf die Erde und die Menschen zu erzählen. Wie schädlich dieser Einfluss aussieht, muss auch ein Restaurantbesitzer (Vincent Lindon) erfahren, der seinen Besitz verspielt und deshalb von seiner Christine (Christine Boisson) verlassen wird. Über das Sorgerecht für ihre Tochter lassen sie eine Münze entscheiden. Dass das Restaurant an eine Fremde (Tanya Lopert) verkauft werden soll, schmeckt dem Koch (Charles Gérard) nicht. Währenddessen unterhält sich in einem Hotelzimmer ein Gast aus Rio de Janeiro (Philippe Léotard) mit einem Zimmermädchen (Joëlle Miquel), um etwas Gesellschaft zu haben. Ein älteres Ehepaar (Serge Reggiani, Véronique Silver) trifft sich im Restaurant und erinnert sich an ihr gemeinsames Kennenlernen. Ihre mit dem Pianisten Erik (Erik Berchot) verheiratete Tochter Sophie (Marie-Sophie L.) arbeitet als Stewardess und ist die Geliebte des Krankenhausarztes Patrick (Patrick Chesnais), dessen Ehe ebenfalls zerrüttet und der der Vater von dem Kind ist, das Sophie erwartet. Ein halbes Dutzend roter Sportwagen, die für Dreharbeiten vor Mont St. Michel benötigt wurden, soll auf einem Autotransporter nach Paris zurückgebracht werden. Der Fahrer Gérard (Gérard Lanvin) ist frustriert, als er nachts in einer Raststätte erfährt, dass ihm wegen der Zeitumstellung auf die Sommerzeit eine Stunde fehlt. Als er bei der Weiterfahrt am nächsten Tag zu schnell fährt, um die Verspätung wieder aufzuholen, wird er von einem ordnungsliebenden Streifenpolizisten (Gérard Darmon) aufgehalten. Nach einem Streitgespräch mit seinem Chef holt Gérard sich eines der flotten roten Autos vom Transporter und setzt seine Heimreise damit fort. An einer Tankstelle nimmt er eine junge Frau mit (Carolina Micla), die erst am Vortag heiratete und sich schon wieder von ihrem Mann (Jacques Gamblin) getrennt hat. Sie heißt Caroline und möchte zum Meer…

Kritik:

Ähnlich wie Robert Altmans meisterhaftes Episodendrama „Short Cuts“ entwirft auch Claude Lelouch mit „So sind die Tage und der Mond“ ein verspieltes Panoptikum der Gefühle. Zwar gibt die Mythologie des Mondes den erzählerischen Rahmen vor, doch in erster Linie geht es Lelouch um die Irrungen und Wirrungen seiner wahllos ausgesucht wirkenden Figuren, wie sie sich durch das Leben schlagen und die Schicksalsschläge vor allem von Trennungen wegstecken. Das geschieht teilweise durch die Flucht in amouröse Abenteuer, teils durch waghalsige Abenteuer, teils durch Handlungen im Affekt, die sogar zum Tode führen. Wir begegnen einer ganzen Reihe von vertrauten Lelouch-Darstellern und erleben ein Finale, bei dem sich die einzelnen Figuren an einem Ort treffen, der wie ein Schmelztiegel der aufgebrochenen Emotionen wirkt.

Kommentare

Beliebte Posts