Blacklight

Seit Liam Neeson in der von Luc Besson produzierten „96 Hours“-Trilogie (2008-2014) zum Action-Helden stilisiert wurde, scheint der irische Charakterkopf („Rob Roy“, „Marlowe“) nichts anderes mehr zu drehen, was den oft lieblos heruntergedrehten Streifen zwar die erwünschte Prominenz verleiht, sie deshalb aber nicht unbedingt besser macht. Bestes Beispiel dafür ist der von Mark Williams („Honest Thief“) co-produzierte und inszenierte Thriller „Blacklight“ (2022).

Inhalt:

Vietnam-Veteran Travis Block (Liam Neeson) arbeitet für seinen Kriegskameraden, FBI-Chef Robinson (Aidan Quinn), als Fixer und befreit undercover arbeitende Agenten aus brenzligen Situationen. Doch Block will sich zukünftig mehr um seine Tochter Amanda (Claire van der Boom) und Enkeltochter Natalie (Gabriella Sengos) kümmern, nachdem er als Ehemann und Vater versagt hat. Doch zunächst muss er sich noch um einen heiklen Auftrag kümmern: Als sich der junge FBI-Beamte Dusty Crane (Taylor John Smith) wegen eines unlauteren FBI-Geheimprogramms an die Presse wenden will, kann Block zwar zunächst Schlimmeres verhindern, doch wenig später wird Crane von zwei seiner eigenen Leute erschossen. Zu dem Zeitpunkt hatte Crane bereits Kontakt mit der Journalistin Mira Jones (Emmy Raver-Lampman) aufgenommen, die hinter dem Tod einer mit Crane befreundeten Bürgerrechtlerin ohnehin schon an einer Story dran war…

Kritik:

„Blacklight“, an dessen Drehbuch Regisseur Williams ebenfalls mitgewirkt hat, zählt leider zu den extrem vorhersehbaren Liam-Neeson-Vehikeln. Dass Geheimdienste inoffizielle Programme unterhalten, die den Grundwerten demokratischer Gesellschaften zuwiderlaufen, ist ebenso wenig neu wie die Androhung und Umsetzung von Vergeltungsmaßnahmen, sollte jemand aus dem inneren Kreis das Bedürfnis zum Aussteigen verspüren oder gar die illegalen Machenschaften publik machen wollen. Die Story rund um das FBI, Investigationsjournalismus und Familienwerte kommt dabei so ideenlos daher, dass die routinierte Abarbeitung der Klischees fast schon wehtut. Liam Neeson absolviert seinen Part dabei immerhin noch so glaubwürdig, dass ein müder Rest von Unterhaltungswert bleibt, während Aidan Quinn („Blink“, „Legenden der Leidenschaft“) als ausgemachter Bösewicht und FBI-Boss enttäuschend blass bleibt. Am Ende wird der Film nur durch Verfolgungsjagden mit schnellen Wagen, Ballereien und etwas altmodische Nahkampf-Szenen zusammengehalten. Zu wenig, um über die Distanz einer Spielfilmlänge zu überzeugen.

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