Die Drehbuchautorin Nancy Myers („Jumpin‘ Jack Flash“,
„Baby Boom“) ist auf romantische Komödien abonniert. Das hat sie vor allem
mit ihren eigenen Regiearbeiten seit ihrem Debüt mit „Ein Zwilling kommt
selten allein“ (1998) hat Myers mit „Was Frauen wollen“ (2000)
und „Was das Herz begehrt“ (2003) Star-besetzte Blockbuster inszeniert,
auf die 2006 mit „Liebe braucht keine Ferien“ der nächste Hit folgen
sollte, der besonders gut zur Weihnachtszeit passt.
Inhalt:
Ausgerechnet vor Weihnachten, dem ausgemachten Fest der
Liebe, wird die erfolgreiche Kinotrailer-Produzentin Amanda (Cameron Diaz)
mit der Tatsache konfrontiert, dass ihr Mann Ethan (Edward Burns) sie mit
seiner Vorzimmerdame betrogen hat. Entsprechend aufgewühlt setzt sie den
Filmkomponisten vor die Tür ihres luxuriösen Anwesens, weint ihm aber keine Träne
nach. Um auf andere Gedanken zu kommen, will Amanda die Weihnachtstage
möglichst weit von Hollywood entfernt verbringen und stößt bei ihrer Suche nach
dem geeigneten Urlaubsdomizil auf ein idyllisches Cottage in England, wo dessen
Bewohnerin Iris (Kate Winslet) vor einem ähnlichen Problem steht. Als sie
Amandas Anfrage erreicht, ob das Cottage kurzfristig zu buchen sei, hat die „Daily
Telegraph“-Hochzeitskolumnistin gerade erfahren, dass ihr Kollege Jasper (Rufus
Sewell), in denen sie seit Jahren verliebt ist und mit dem sie eine Affäre
hat, seine Verlobung mit einer anderen Kollegin bekanntgegeben hat. Iris
beschließt, Amandas Anfrage zu einem Wohnungstausch zu nutzen. Während Amanda
mit einem Stapel Bücher über den Atlantik in ein Dorf gut vierzig Kilometer von
London entfernt reist, erfüllt sich Iris ihren Traum, endlich mal Los Angeles
zu besuchen. So überschwänglich Iris den Luxus in Amandas Palast bejubelt, plant
Amanda beim Inspizieren des winzigen Cottages schon wieder ihre Abreise. Doch
dann bringen zwei Männer die Pläne der beiden Frauen mächtig durcheinander.
Während Amanda die Bekanntschaft von Iris‘ Bruder Graham (Jude Law)
macht, steht bei Amanda der Kollege von Iris‘ Ex-Mann vor der Tür, der Filmkomponist
Miles (Jack Black), der gerade von seiner Freundin, der attraktiven
Schauspielerin Maggie (Shannyn Sossamon), hintergangen wird…
Kritik:
Nancy Myers geht bei ihrer romantischen Komödie auf
Nummer sicher: Da sind vier überaus talentierte, weitgehend attraktive
Schauspieler:innen in einer klassischen Wechsel-Beziehungs-Komödie zu sehen,
wobei auf der einen Seite die Unterschiede des britischen-amerikanischen
Culture-Clashs vor allem durch das Linksfahren und die Gegenüberstellung von gemütlichem
Cottage und Luxus-Anwesen mit überdimensionierten Räumen und Swimmingpool augenzwinkernd
abgehakt werden. Das vorhersehbare Liebesgeplänkel zwischen den vier bunt
zusammengewürfelten Protagonist:innen verläuft zwar nach Schema F, ist aber
aufgrund der sichtlichen Spielfreude der Stars nett anzusehen, auch wenn die
Figuren hart an der Klischeegrenze (Kate Winslets Iris) kratzen bzw. schon
zum Overacting (Cameron Diaz‘ Amanda) neigen. Reizvoll wird das
romantische Tête-à-Tête vor allem durch den künstlerischen Hintergrund aller
Beteiligten. Das kulminiert in einem Trailer zu einem fiktiven Actionfilm mit James
Franco und Lindsay Lohan in den Hauptrollen, in der Freundschaft,
die sich zwischen Amanda und ihrem Nachbarn, dem Oscar-prämierten Drehbuchautor
Arthur Abbott (Eli Wallach), entwickelt und sie mit den großartigen
Filmen der goldenen Hollywood-Ära vertraut macht, und in dem Besuch in einer
Videothek, bei dem Miles Amanda nicht nur berühmte Filmmelodien vorsummt und -singt,
sondern auch noch Dustin Hoffman in einem witzigen Cameo-Auftritt zu
sehen ist. Vor dieser thematisch reizend, wenn auch allzu oberflächlich aufbereiteten
Kulisse mit prächtigen Schauwerten und Hans Zimmers‘ gefälligen Score
haben die Hollywood-Stars leichtes Spiel, wobei Jack Black in der ungewohnten
Rolle des Verliebten nicht ganz so überzeugen kann wie seine Kolleg:innen.
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