Chatos Land
Bevor Regisseur Michael Winner („Scorpio, der
Killer“, „Lawman“) und sein Hauptdarsteller Charles Bronson mit dem
Rache-Action-Thriller „Death Wish – Ein Mann sieht rot“ 1974 Filmgeschichte
schrieben und noch zwei weitere Fortsetzungen miteinander realisierten, arbeiteten
sie bereits erfolgreich bei dem Western „Chatos Land“ (1972) zusammen, in
dem das Rache-Motiv ebenfalls eine zentrale Rolle spielt.
Inhalt:
Als der Halbblut-Indianer Chato (Charles Bronson) im Saloon
einer Kleinstadt einen Drink zu sich nehmen will, wird er vom Sheriff der Stadt
rassistisch verspottet, diskriminiert und bedroht, doch als dieser zum Revolver
greift, erweist sich Chato als der schnellere Schütze und trifft den Sheriff
tödlich. Kaum ist Chato aus der Stadt geflohen, wird der Südstaatenveteran
Quincy Whitmore (Jack Palance) über den Vorfall informiert, der sich in
seine Soldatenuniform schmeißt und sich mit einigen Männern – darunter Joshua Everette
(James Whitmore), Jubal Hooker (Simon Oakland), Elias (Ralph
Waite) und Earl Hooker (Richard Jordan), Martin Hall (Victor
French) und Harvey Lansing (William Watson) - auch von den
umliegenden Farmen auf den Weg macht, Chato zu jagen.
Nach einem langen und staubigen Ritt in die Wüste trifft die
Gruppe auf ein Steinhaus, in dem Chato, seine Frau (Sonia Rangan) und
sein Sohn wohnen. Als Whitmores Leute die Frau in ihre Gewalt bringen und
vergewaltigen, Chatos Bruder anschießen und über einem Scheiterhaufen aufhängen,
dreht Chato den Spieß um und macht seinerseits Jagd auf die Weißen, die sich
ohnehin immer mehr untereinander zerstreiten, je weiter sie in Chatos unwirtliches
Land eindringen und die Wasservorräte knapp werden. Als Chato auch noch einige
der Männer ausschaltet, bricht die fragile Gruppe immer mehr auseinander…
Kritik:
Im Gegensatz zum klassischen Western, in denen Indianer noch
zu andersartigen Feindbildern erhoben wurden, ist Gerald Wilsons („Scorpio,
der Killer“, „Lawman“, „Ein Mann geht über Leichen“) Drehbuch bereits um
eine differenziertere Darstellung bemüht. Charles Bronson („Pancho
Villa reitet“, „Kalter Hauch“) gibt den gewohnt wortkargen Einzelgänger,
der nicht mehr will, als für seine Familie zu sorgen, aber bei dem brutalen Vorgehen
seiner rassistischen Verfolger gezwungen wird, Vergeltung zu üben. Allerdings lässt
sich kaum sagen, dass Charles Bronson eine klassische Hauptrolle ausübt,
denn im Mittelpunkt der Geschichte steht die Gruppe weißer Jäger, die sich zunächst
in der Überzahl sehen und darauf spekulieren, sehr schnell kurzen Prozess mit
dem Sheriff-Mörder zu machen. Dabei wird durchaus angedeutet, dass der Sheriff
sein Schicksal verdient hat. Doch je weiter sich die Gruppe von ihrem Ziel entfernt
und der heißen Sonne zwischen Wüste und Bergen ausgesetzt sieht, desto mehr
brechen die egoistischen Züge der einzelnen Jäger auf, bis sie sich sogar
untereinander ausschalten. Das ist von Robert Paynter („Kopfüber in
die Nacht“, „Superman II“) vor allem mit tollen Landschaftsaufnahmen großartig
fotografiert und von Jerry Fielding („Lawman“, „Wer Gewalt sät“) packend
vertont. „Chatos Land“ ist mit seinen Verweisen auf den Italo-Western
sicher keine Offenbarung, aber ein durchweg unterhaltsamer Western mit einem
überzeugenden Ensemble.








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