Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny
Ang Lees „Tiger & Dragon“ (2000) fesselte
nach seinem Erscheinen nicht nur durch seine erzählerische Geschlossenheit, sondern
als ausbalanciertes Drama, in dem die subtil gezeichneten Figuren sich
harmonisch in die visuelle Vielfalt und die angenehm sparsam eingesetzten Kampfsequenzen
einfügten. Sechzehn Jahre später versuchte sich Woo-Ping Yuen („True
Legend“, „Iron Monkey“) mit „Crouching Tiger, Hidden Dragon:
Sword of Destiny“ an einer Fortsetzung.
Inhalt:
Nach dem Tod des Schwertmeisters und ihres Liebhabers Li Mu
Bai hat sich Yu Shu Lien (Michelle Yeoh) vor siebzehn Jahren von der
Kampfkunst zurückgezogen. Als sie zu einer Trauerfeier zu Ehren des
verstorbenen Herrn Te, der für sie wie ein Vater und der Bruder des Kaisers
war, nach Peking reist,
entdeckt sie dort auch das legendäre grüne Jadeschwert der
Unterwelt, das Schwert ihrer verstorbenen Liebe. Bereits auf dem Weg nach
Peking wurde die Kutsche von Yu Shu Lien von mehreren Kriegern des Westlichen
Lotus angegriffen, eines Clans unter der Führung des Kriegsherren Hades Dai (Jason
Scott Lee). Mithilfe eines maskierten Reiters konnte die berühmte
Schwertkämpferin ihre Angreifer ausschalten, aber auch im Trauerhaus fallen
Diebe ein, die das legendäre wie machtvolle Schwert begehren, dazu zählen eine
unbekannte junge Schöne, die sich nach ihrem Scheitern von Yu Shu Lien zu Ende
ausbilden lassen möchte, und der von Hades Dai entsandte junge Krieger Wei Fang
(Harry Shum Jr.). Gleichzeitig hat sich ein Krieger namens „Stiller Wolf“
(Donnie Yen) mit seinen Kampfgefährten eingefunden. Mit Shu Lien hat
dieser stille Krieger nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit, sondern auch ein
Schicksal zu erfüllen. Denn als Kriegstreiber Hades Dai auf der Jagd nach dem
Schwert auftaucht, ist jeder Kämpfer, so geheimnisvoll er auch sein mag, eine
willkommene Unterstützung…
Kritik:
Mit vier Oscars – darunter als bester fremdsprachiger Film –
weckte Ang Lees „Tiger & Dragon“ auch in Hollywood das
Interesse an dem populären chinesischen Genre des Wuxia-Films. Woo-Ping Yuen
setzt die ursprüngliche Geschichte fort, wobei das Drehbuch von John Fusco
(„Hidalgo“, „The Highwaymen“) auf dem fünften und letzten Buch der „Kranich
und Eisen“-Reihe von Wang Dulu mit dem Titel „Iron
Knight, Silver Vase“ basiert. Der sichtlich stark auf den US-amerikanischen
Markt abzielende und englischsprachig produzierte Film setzt allerdings weniger
auf eine fesselnde Geschichte und fein gezeichnete Charaktere, sondern auf eine
stark fragmentierte Rahmenhandlung um den Kampf und Besitz eines legendären
Schwertes, bei der letztlich nur unzählige Kampfsequenzen aneinandergereiht werden.
Dafür werden eine Vielzahl von Charakteren eingeführt, die jeweils mit
besonderen Kampftechniken gesegnet sind, die sie in verschiedenen Abschnitten
der Kampfchoreografie demonstrieren dürfen. Dazu sollen etliche Rückblenden den
zerfahrenen Gesamtkontext mit Bedeutung und Erklärung aufladen. Eine
Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen… Zugegeben, „Crouching
Tiger, Hidden Dragon: Sword of Destiny“ fasziniert durch majestätische
Landschaftsaufnahmen, bemühten Darstellern und durchaus ansehnlichen
Kampfszenen, doch Woo-Ping Yuen hat letztlich zu viel in eine an sich
simple Story zu packen versucht, so dass sein Film nur ein visuell
ansprechender, aber kaum fesselnder Reigen aus Kampfszenen geworden ist.
.jpg)







Kommentare
Kommentar veröffentlichen