Tatsächlich… Liebe
Als Drehbuchautor von romantischen Blockbustern wie „Vier
Hochzeiten und ein Todesfall“, „Notting Hill“ und „Bridget Jones“ hat
der Neuseeländer Rick Curtis ein wunderbares Gespür für den humorvollen
Umgang mit der Liebe bewiesen. 2003 feierte Curtis mit „Tatsächlich…
Liebe“ sein Regiedebüt mit der Verfilmung seines eigenen Drehbuchs und
versammelte ein imponierendes Ensemble meist britischer Kinostars vor der
Kamera.
Inhalt:
Zusammen mit seinem Manager Joe (Gregor Fisher) versucht der
abgehalfterte Sänger Billy Mack (Bill Nighy), mit einer schauderhaften
weihnachtlichen Coverversion von „Love is all around“ ein letztes Comeback zu
schaffen und sich mit der Boygroup Blue um den Platz der beliebtesten
Weihnachts-Single zu streiten. Der neue Premierminister (Hugh Grant) steht
vor der schweren Aufgabe, sich im bevorstehenden Treffen mit dem selbstbewussten
US-amerikanischen Präsidenten (Billy Bob Thornton) nicht unterbuttern zu
lassen und Flagge zu zeigen. Unglücklicherweise verliebt er sich dabei in seine
Servierdame Natalie (Martine McCutcheon). Seine Schwester Karen (Emma
Thompson) muss mit ansehen, wie ihr Mann, der Verlagsleiter Harry (Alan
Rickman), sich den forschen Avancen einer seiner Angestellten (Heike
Makatsch) nur schwer erwehren kann. Ihre Kollegin Sarah (Laura Linney)
ist seit über zwei Jahren in ihren Kollegen Karl (Rodrigo Santoro)
verliebt, traut sich aber nicht, ihn anzusprechen. Der Autor Jamie (Colin
Firth) erholt sich in Frankreich von einer schmerzhaften Trennung und
findet Gefallen in dem portugiesischen Hausmädchen Aurelia (Lucia Moniz),
das ebenso wenig seine Sprache spricht wie er Aurelias. Die frisch verheiratete
Braut Juliet (Keira Knightley) muss feststellen, dass Mark (Andrew
Lincoln), der beste Freund ihres Mannes Peter (Chiwetel Ejiofor),
nur Augen für sie hat, nachdem er ihr bislang erfolgreich vermittelt hatte, sie
alles andere als sympathisch oder attraktiv zu finden.
Während Daniel (Liam Neeson) um seine verstorbene
Frau trauert, hat sich sein elfjähriger Stiefsohn Sam (Thomas Sangster)
unsterblich in die Schulschönheit verliebt, die kurz vor ihrer Rückkehr in die
USA steht, sieht aber keine Möglichkeit, ihr näher zu kommen.
Sandwichjunge Colin (Kris Marshall) glaubt, in
Amerika endlich die Traumfrau zu finden, die er in England nicht finden will,
während sich zwei Lichtdoubles für einen Erotikfilm (Martin Freeman, Joanna
Page) bei der Arbeit näherkommen…
Kritik:
Umrahmt von herzlichen Wiedersehensumarmungen am Flughafen, geht
„Tatsächlich… Liebe“ erfolgreich der Überzeugung auf den Grund, dass
nicht Hass und Krieg die Welt regiert, sondern Liebe nach wie vor den Kern der
menschlichen Natur ausmacht. In zunächst unzusammenhängend wirkenden
Mini-Episoden machen wir die Bekanntschaft ganz verschiedener Figuren aus
ebenso unterschiedlichen Milieus. Dabei wird deutlich, dass der Regierungschef
ebenso mit der Liebe hadert wie ein junger Mann, der im Verlag Sandwiches
verteilt und davon träumt, in den USA endlich eine Freundin zu finden, die auf
seinen natürlichen britischen Charme abfährt. Auf der amüsanten Seite ragt der
Comeback-Versuch des alternden Rock-Sängers Billy Mack, der bei Radio- und Fernsehinterviews
kein Blatt vor den Mund nimmt, über die eigene Single ätzt und keine Hemmungen
hat, mit anzüglichen Bemerkungen ein vermeintlich auch junges Publikum zu verstoßen.
Aber auch die Episoden um die nackt miteinander agierenden Licht-Doubles oder Colins
Erfahrungen in einer amerikanischen Bar sorgen für heiteres Schmunzeln.
Am anderen Spektrum hadert die schüchterne Verlags-Angestellte
Sarah nicht nur mit ihrem Bekenntnis zu ihrem großen Schwarm, sondern kümmert
sich aufopferungsvoll um ihren psychisch kranken Bruder. Auch das ist eben
Liebe. Curtis, gelingt es, dieses fantastische Ensemble, zu dem sich in
Gastrollen auch noch Rowan Atkinson als Juwelier, Claudia Schiffer
als Liam Neesons Traumfrau sowie Denise Richards gesellen, auf
wunderbar quirlige, romantische und witzige Weise das Thema der großen Liebe kreisen
zu lassen, bis die losen Fäden und die Dinge am Ende hin dann doch etwas kitschig
ins Lot gebracht werden. Neben der ausgesprochen uneitlen Spielfreude der Stars
sorgt der stimmungsvolle Soundtrack und die im Weihnachtsglanz schimmernden Kulissen
in London und in Frankreich für beste Kinounterhaltung – vor allem zu
Weihnachten.
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