Colors – Farben der Gewalt
Seit sein Regiedebüt „Easy Rider“ (1969) zum Kultfilm
für eine ganze Generation von Aussteigern und Bikern wurde, hat der vielbeschäftigte
Schauspieler Dennis Hopper („Blue Velvet“, „Speed“, „Der
amerikanische Freund“) immer mal wieder Platz auf dem Regiestuhl genommen. Zu
seinen bekanntesten und besten Regiearbeiten zählt der Cop-Thriller „Colors –
Farben der Gewalt“ (1988) mit Robert Duvall und Sean Penn in
den Hauptrollen.
Inhalt:
Der Vietnamveteran Bob „Onkel Bob“ Hodges (Robert Duvall)
ist mit seinen 19 Dienstjahren beim LAPD ein altgedienter Officer und gehört
der Spezialeinheit C.R.A.S.H. (Community Resources Against Street Hoodlums) zur
Bekämpfung der Gang-Kriminalität an. Kurz vor der Pensionierung wird dem
besonnenen Cop mit dem jungen Danny „Pac-Man“ McGavin (Sean Penn) ein
neuer Partner zugeteilt.
In ihrem Revier, den Armenvierteln von Los Angeles, herrscht
ein blutiger Bandenkrieg zwischen den Bloods und den Crips. Der von den Gangs
respektierte Hodges muss den Heißsporn McGavin erst davon überzeugen, dass ein
ruhiges Verhalten oft mehr bewirkt als überzogene Polizeigewalt. McGavin bringt
jedoch mit seiner aggressiven Art die Gangs schnell gegen sich auf. Als er das
ihnen zugeteilte Zivilfahrzeug bei einer Verfolgungsjagd zerstört, wird ihnen
ein strahlend gelbes Zivilfahrzeug zugeteilt. Von nun an wird McGavin von
seinen Kollegen ebenso wie von den Gangmitgliedern als „Müllmann“ bezeichnet. Mehr
als einmal droht die Situation zu eskalieren und auch Dannys Romanze mit der
Latina Louisa (Maria Conchita Alonso) steht unter keinem guten Stern…
Kritik:
Im Vorspann macht Dennis Hopper sein Publikum mit
einer Texteinblendung darauf aufmerksamn, dass es im Großraum Los Angeles damals
über 600 Straßengangs mit insgesamt mehr als 70.000 Mitgliedern gab, wobei die
Polizei rein zahlenmäßig schon vor einer fast aussichtslosen Situation stand.
Vor diesem Hintergrund inszenierte Hopper ein fast schon semi-dokumentarisches
Cop-Drama, das nicht nur den Alltag und vor allem die Gewalt in den Gangs
thematisiert, sondern auch die Hilflosigkeit der Cops, die zunächst einmal auf
Insider-Informationen angewiesen sind, um überhaupt an die Drahtzieher der
Banden und ihrer kriminellen Machenschaften zu kommen. Hopper versucht mit
„Colors“ gar nicht erst, die Gründe für den Teufelskreis aus Drogen,
Gewalt, ethnischen Spannungen, Gruppendruck und sozialer Not auszuloten,
sondern fängt die triste Szenerie einfach mit langen Kamerafahrten und Bildern
aus ungewöhnlichen Perspektiven ein. Auf die Gewalt der Gangs reagieren die
Cops oftmals ebenfalls einfach mit Gewalt, schlagen dabei schon mal über die
Stränge oder töten versehentlich Unschuldige. Robert Duvall („Der
Pate“, „Broken Trail“, „Der Richter“) als routinierter, desillusionierter
Veteran und Sean Penn („Mystic River“, „21 Gramm“) als junger
Heißspund tragen den Film fast allein auf ihren Schultern, aber auch die
Nebenrollen sind mit Don Cheadle als Rocket, Damon Wayans als
T-Bone, Maria Conchita Alonso als Louisa und Trinidad Silva als
Frog bestens besetzt. Hervorzuheben sind nicht nur Haskell Wexlers großartige
Kameraarbeit, sondern auch der elektronische Score von Herbie Hancock und
der zornige Titelsong von Ice-T.
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