Im Zeichen der Jungfrau
Der irische Filmemacher Pat O’Connor hat sich seit Anfang
der 1980er Jahre mit der Romanze „The Ball of Romance“ (1982) und den
Dramen „Cal“ (1984) und „A Month in the Country“ (1987) einen
Namen gemacht und durfte 1989 einen hochkarätigen Cast für die Krimikomödie „Im
Zeichen der Jungfrau“ vor der Kamera vereinen, die die krude Story
allerdings auch nicht retten konnten.
Inhalt:
Eine Serie von mittlerweile elf Frauenmorden in Manhattan setzt
Polizeipräsident Frank Starkey (Harvey Keitel) zunehmend unter Druck. Das
jüngste Opfer ist nämlich die Prominente Alison Hawkins, die in der
Neujahrsnacht erwürgt wurde und eine Freundin von Bernadette Flynn (Mary
Elizabeth Mastrantonio) ist, Tochter des charismatischen Bürgermeisters von
New York, Eamon Flynn (Rod Steiger). Frank sieht sich gezwungen, seinen
verhassten Bruder, den Ex-Polizisten und -Fallanalytiker Nick (Kevin Kline),
der wegen unorthodoxer Ermittlungsmethoden vom Dienst suspendiert wurde und nun
als Feuerwehrmann arbeitet, zurück in den Polizeidienst zu holen, um den Serienkiller
zu jagen. Der ihm vorgesetzte Captain Vincent Alcoa (Danny Aiello) ist
davon ebenso wenig begeistert wie Frank selbst, denn beide haben einmal dieselbe
Frau geliebt. Christine (Susan Sarandon) hat Nick wegen Frank verlassen,
sehnt sich aber zu ihm zurück.
Mit einer Mischung aus Intuition, Sachverstand und Glück
macht sich Nick daran, das komplizierte System hinter der Mordserie zu
entschlüsseln. Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen und beim Stellen des
Mörders von seinem Freund und Nachbarn, dem Maler Ed (Alan Rickman) sowie
von Bernadette. Nick und seine Helfer finden zuletzt am Computer das Schema der
Kalenderdaten, die Primzahlen ergeben, Gebäude entlang derer er zweidimensional
mordet, entsprechend dem Sternbild Jungfrau, und der Stockwerke, die den Noten
des Pop-Hits Calendar Girl gleichen. Aus diesen Daten errechnet Nick die
nächste Tatzeit und den nächsten Tatort. Den will Nick nun in flagranti erwischen…
Kritik:
„Im Zeichen der Jungfrau“ beginnt wie ein klassischer
Serienkiller-Thriller, der durch ein prominentes Opfer die Stadtoberen samt
Polizeispitze in Aufruhr versetzt. Mit mittlerweile anachronistisch anmutender
Computertechnik kommen der unorthodox arbeitende Nick und sein technisch
versierter Freund und Nachbar Ed einem Muster auf die Spur, die sie nur
fortführen müssen, um den nächsten Tatort zu identifizieren. Das wirkt schon
etwas abstrus, wird aber ohnehin fast zur Nebensache, weil die
zwischenmenschliche Komponente zunehmend in den Vordergrund rückt. Da sind die
attraktive Bürgermeistertochter und die Ex-Geliebte, die um Nicks Gunst buhlen.
Da sind aber auch die einander verhassten Brüder, die wegen der Mordserie
gezwungen sind, an einem Strang zu ziehen. Leider verpasst es Pat O’Connor,
die krude Kriminalstory mit emotionaler Tiefe aufzuwerten, denn die durchaus
interessanten Aspekte in den Beziehungen der Protagonisten werden eher ins
Komödiantische gezogen. Für die humorvollen Momente ist vor allem Kevin
Kline („Ein Fisch namens Wanda“, „Dave“) zuständig, während Mary
Elizabeth Mastrantonio („Der Sturm“, „Abyss“) und Susan Sarandon
(„Annies Männer“, „Die Hexen von Eastwick“) vor allem sexy aussehen
dürfen und Hollywood-Legende Rod Steiger („In der Hitze der Nacht“)
cholerische Anfälle zum Besten geben darf. Bei so vielen unausgegoren
miteinander verbundenen Elementen bleibt der Filmgenuss leider auf der Strecke.
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