Der Hobbit - Smaugs Einöde

Nachdem sich Peter Jackson mit seiner epochalen Verfilmung von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“-Trilogie endgültig in den Olymp der Filmgeschichte katapultiert hat, schien es nur folgerichtig, dass er sich auch der Vorgeschichte, des als Kinderbuch angelegten „Der Hobbit“, anzunehmen. Dass er daraus gleich wieder ein insgesamt neunstündiges Fantasy-Epos kreieren würde, schien angesichts der gerade mal knapp 400 Seiten umfassenden Vorlage ein etwas übertriebenes Unterfangen, doch spätestens mit Teil 2 der „Hobbit“-Trilogie, „Smaugs Einöde“, beweist Jackson seine Stärke, die Zuschauer auf eine unvergessliche Reise in fantastische Welten mitzunehmen.
Ein Jahr vor dem Aufbruch von Zwergen-Anführer Thorin Eichenschild (Richard Armitage), dem Zauberer Gandalf (Ian McKellen), dem Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und zwölf weiteren Zwergen von Auenland in Richtunf Erebor, der alten Heimat der Zwerge, hat sich Thorin noch auf der Suche nach seinem verschollenen Vater in Bree befunden, wo er von Gandalf dazu überredet worden ist, die alte Heimat der Zwerge zurückzuerobern.
Gandalf hat bei der gefährlichen Mission nicht nur das Wohl der Zwerge im Sinn, sondern will auch verhindern, dass die größer werdenden Mächte des Bösen den Feuerdrachen Smaug (Stimme: Benedict Cumberbatch) für ihre Zwecke einspannen. Nachdem die Zwergentruppe, in die der Hobbit Bilbo mittlerweile durch seinen Mut und seinen Einfallsreichtum längst als vollwertiges Mitglied aufgenommen worden ist, bereits allerlei Gefahren überwinden konnte, übersteht sie die riskante Begegnung mit dem Hautwechsler Beorn (Mikael Persbrandt) und hat nun einen unheimlichen Fußmarsch durch den Düsterwald vor sich.
Auch hier ist es wieder Bilbo, der die Zwerge aus einer misslichen Lage befreit, allerdings geraten sie in die Gefangenschaft von Legolas (Orlando Bloom), Sohn des Elbenkönigs Thranduil, und Tauriel (Evangeline Lilly), Anführerin der Grenzwachen. Während Thorin sich weigert, auf einen Handel mit Thranduil (Lee Pace) einzugehen, beginnt sich Tauriel für den groß gewachsenen Zwerg Kili (Aidan Turner) zu erwärmen, da eine Beziehung zu Thranduils Sohn Legolas nicht in Frage kommt. Dank Bilbos Geschicklichkeit und Raffinesse können die Zwerge aus ihren Zellen befreit werden und fliehen, geraten aber nun wieder in die Schusslinie der Orks unter Führung des unerschrockenen Azog, der noch eine offene Rechnung mit Thorin zu begleichen hat. Während die Zwerge über den Fährmann Bard (Luke Evans) in die Seestadt Esgaroth geschleust werden, um von dort aus zu ihrem Ziel zu gelangen, hat sich Gandalf von der Truppe entfernt, um der wahren Natur des geheimnisvollen Nekromanten auf die Spur zu kommen. Dazu macht er sich mit Radagast der Braune (Sylvester McCoy) auf den Weg zur verlassen wirkenden Ruine der Festung Dol Guldur.
Bilbo und den Zwergen gelingt das Eindringen in die alte Zwergenburg Erebor, doch hier erwacht Smaug aus seinem Schlaf und lehrt den Zwergen das Fürchten …
Nach dem Cliffhanger von „Eine unerwartete Reise“, in dem das sich öffnende Auge von Smaug auf die unvermeidliche Konfrontation zwischen der von Gandalf und Thorin angeführten Gruppe und dem Feuerdrachen hinweist, setzt Peter Jackson mit „Smaugs Einöde“ nahtlos an die Ereignisse des ersten „Hobbit“-Films an und verzichtet fortan zum Glück auf die irritierenden Klamauk-Einschübe, die in „Eine unerwartete Reise“ noch dem Kinderbuch-Charakter der Vorlage geschuldet waren. Stattdessen herrscht in „Smaugs Einöde“ der düster-fantastische Grundton, der bereits die „Der Herr der Ringe“-Trilogie ausgezeichnet hat, und führt den Zuschauer auf einen atemberaubenden Trip durch bislang unentdeckte Teile von Mittelerde.
Vor allem die abenteuerliche Fahrt der Hobbits in Weinfässern auf dem Fluss gerät hier zu einem Action-Feuerwerk, wenn die Zwerge in den rauschenden Wellen um ihr Leben fürchten und dabei auch noch von den Orks angegriffen werden, die wiederum von Legolas und Tauriel in ihre Grenzen verwiesen werden. Aber auch der Aufenthalt der Zwerge in der von Menschen besiedelten Seestadt Esgaroth sorgt für neue Akzente in der Erzählung, die in der Festung Erebor zu einem Feuerwerk im wahrsten Sinne des Wortes gerät. Der Cliffhanger ist hier noch bedrohlicher ausgefallen.
 „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ bietet einmal mehr spektakuläre Kulissen, Action und Special Effects, dazu große Gefühle und einige neue interessante Figuren, dazu ein berauschendes Finale, so dass der Film die Irritationen, die „Eine unerwartete Reise“ noch bei den Fans hinterlassen hatte, locker ausräumt und neugierig auf den Abschluss der Trilogie macht.
"Der Hobbit - Smaugs Einode" in der IMDb

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