Love Story

Arthur Hiller hat in den 1950er Jahren bis in die frühen 1960er Jahre hinein vor allem für Fernsehserien wie „Playhouse 90“, „Climax!“, „Gefährliche Geschäfte“, „Rauchende Colts“, „Alfred Hitchcock präsentiert“ und „Route 66“, ehe er im Kino mit Komödien wie „Getrennte Betten“ (1963), „Versprich ihr alles“ (1966) und „Nie wieder New York!“ (1970) Fuß fassen konnte. Seinen größten Erfolg feierte Hiller allerdings mit einem Melodram, das ein Millionenpublikum zu Tränen rührte und noch heute durch die Oscar-prämierte Musik von Francis Lai berühmt ist: „Love Story“ (1970).

Inhalt:

Die Studenten Oliver Barrett (Ryan O'Neal) und Jenny Cavilleri (Ali MacGraw) lernen sich in Cambridge, Massachusetts, am dortigen Radcliffe College kennen, als Oliver in der Bibliothek, in der Jenny arbeitet, ein Buch ausleihen will. Oliver studiert an der Harvard Law School und ist ein beliebter Eishockeyspieler. Er stammt aus einem reichen, konservativen Elternhaus, Jenny hingegen ist die Tochter einfacher italienischer Einwanderer. Sie ist musikalisch äußerst begabt, liebt Bach, Beethoven und die Beatles und träumt davon, ihr Studium in Paris bei Nadia Boulanger fortzusetzen. Trotz der unterschiedlichen Herkunft und Interessen verlieben sich die beiden sofort ineinander und fangen eine Beziehung an. Trotz der massiven Vorbehalte von Olivers Eltern, vor allem seines Vaters (Ray Milland), der darauf drängt, wenigstens bis zum Abschluss des Studiums zu warten, heiraten Oliver und Jenny, wobei sich Oliver von seiner Familie abwendet und sich damit arrangieren muss, mit Jenny in einem bescheidenen Apartment zu leben und sich mit Aushilfsjobs durchzuschlagen, da Jenny als Musiklehrerin auch nicht viel verdient. Als Oliver sein Studium beendet und in New York eine Stelle als Anwalt antritt, verbessert sich zumindest die finanzielle Situation des jungen Ehepaars, doch als Jenny zum Arzt geht, weil sich der Kinderwunsch des Paars noch nicht erfüllt hat, erhält sie eine erschütternde Diagnose…

Kritik:

Nach dem Bestseller-Roman von Erich Segal, der auch das Drehbuch zu diesem Schmachtfetzen schrieb, inszenierte Arthur Hiller „Love Story“ mit zwei jungen, unverbrauchten Schauspielern, deren Chemie auf der Leinwand wunderbar funktioniert. Der Film unterstreicht vor allem zu Beginn sehr stark die Unterschiede, die Jenny und Oliver sowohl in sozialer als auch persönlicher Hinsicht ausmachen, um sich dann ganz auf die Beziehung jenseits der Erwartungen zu konzentrieren, die an das Paar vor allem von Olivers wohlhabenden Eltern gestellt werden. Indem sich Oliver von seiner Familie lossagt, verzichtet er natürlich auf den gehobenen Lebensstil, den er gewohnt gewesen ist, und bekennt sich damit um so mehr zu Jenny. Natürlich kommt diese „Love Story“ nicht ohne Klischees aus, dafür sorgen nicht zuletzt Francis Lais einschmeichelnde Ohrwurm-Melodien mit dem repetitiv eingesetzten Hauptthema. Aber die Dialoge wirken durchaus stimmig in dem Kontext, in dem Oliver und Jenny ihre Beziehung führen – bis zu dem tragischen Wendepunkt. Das ist vor allem dem überzeugenden Spiel der beiden bis dahin weithin unbekannten Darsteller Ryan O'Neal („Paper Moon“, „Is‘ was, Doc?“) und Ali MacGraw („Getaway“, „Convoy“) zu verdanken. 

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