Schüsse in Neu Mexiko

Don Siegel hat vor allem als Regisseur von Clint-Eastwood-Filmen wie „Coogans großer Bluff“, „Ein Fressen für die Geier“, „Betrogen“, „Dirty Harry“ und „Flucht von Alcatraz“ Furore gemacht, seine Karriere aber mit Film noirs wie „Die rote Schlinge“ und „Hier irrte Scotland Yard“ begonnen. Seinen ersten von sieben Western präsentierte er 1952 mit B-Movie-Western-Star Audie Murphy und Stephen McNally in den Hauptrollen. 

Inhalt: 

Eine Bande von skrupellosen Gangstern terrorisiert die Gegend um Silver City, indem sie die Besitzer von kleinen Silberminen zur Überschreibung ihrer Schürfrechte zwingen und nach erfolgter Unterschrift töten. So ist es Marshal Lightning Tyrone (Stephen McNally) bislang nicht gelungen auch nur eine Spur der Täter um ihren Anführer Rod Lacy (Gerald Mohr) auszumachen. Luke Cromwell (Audie Murphy) entkommt nur knapp den gut organisierten Gangstern, die die Mine seines Vaters bereits im Blick hatten. Während zwei von Lacys Männern Luke auf dem Weg in die Stadt auflauern, tötet der Rest der Bande Lukes Vater. Luke kann dem Hinterhalt entkommen, nennt sich fortan Silver Kid und sucht sein Glück als Pokerspieler. Wie schnell er mit der Waffe umgehen kann, muss sein Poker-Partner Tinhorn Burgess (Lee Marvin) am eigenen Leib erfahren. 
Der Marshal wird Zeuge des Vorfalls, nimmt den jungen Mann zum Verhör mit ins Sheriff-Büro und bietet ihm schließlich den Job als Deputy an. Sein vormaliger Stellvertreter wurde nämlich hinterrücks bei Regen vor dem Saloon erschossen, weshalb Tyrone den hitzigen Johnny Sombrero (Eugene Iglesias) verdächtigt. Tyrone kann einen versierten Schützen wie Silver Kid gut an seiner Seite gebrauchen, denn nachdem der Marshal während der Verfolgung der Banditen einen Schulterschuss abbekommen hat, macht ihm seine Hand Probleme. Das hindert ihn allerdings nicht, sich in die jüngst in die Stadt gezogene Opal (Faith Domergue) zu verlieben, die ihrem Bruder Rod bei seinen Geschäften hilft. Tyrone ahnt nicht, dass Rod hinter den brutalen Verbrechen gegen die Silberminen-Besitzer steckt. Die Liebelei zwischen dem Marshal und der schick gekleideten Opal missfällt vor allem der jungen Dusty (Susan Cabot), die seit langem in den Marshal verliebt ist und nicht mitbekommt, dass Silver Kid wiederum an ihr interessiert ist. 
Als einer von Lacys Banditen gefasst wird, formiert sich ein von Johnny Sombrero angeführter Lynchmob, die den Gefangenen hängen wollen, damit er vor Gericht nicht auspacken kann. Der Marshal hat den Mann jedoch bereits privat untergebracht. Derweil droht Tyrone in eine von Opal und ihrem Bruder geschickt gelegte Falle zu gehen … 

Kritik: 

Auch wenn es für den jungen Don Siegel nur eine Routinearbeit gewesen ist, zeigt er in seinem ersten Film für Universal bereits sein Talent für gut inszenierte Action. Das Drehbuch von Gerald Drayson Adams („Der Speer der Rache“, „Der Wüstenfalke“) und Joseph Hoffman („Gegen alle Flaggen“, „Aufruhr in Laramie“) hinkt mit seiner Geschichte zwar an allen Ecken und Enden, doch wird die Mischung aus hartem Western und etwas romantischer Liebe vor allem durch Tempo und Action auf unterhaltsame Weise vorangetrieben.  
Siegel wechselt ständig Personen und Schauplätze, so dass das Auge nie so richtig zur Ruhe kommt und auch die Figuren keine Tiefe entwickeln können. Selbst die romantischen Szenen bleiben recht flach. Genre-Fans dürfen sich dagegen über wilde Verfolgungsjagden auf dem Pferd, turbulente Schießereien und Explosionen freuen. Am Ende gibt es ein obligatorisches Duell mit einer kleinen Wendung und ein Happy End für (fast) alle. 
Audie Murphy, der hier noch am Anfang seiner Karriere steht, überzeugt als ungewöhnlich pfiffiger Deputy, Stephen McNally („Winchester 73“, „Gewagtes Alibi“) macht seine Sache als Marshal mit dem Herz am rechten Fleck ebenfalls eine gute Figur, während Faith Domergue („Nackt über Leichen“, „Beschwörung“) die verführerische Femme fatale mimen darf und Susan Cabot („Die Wespenfrau“, „Ritt mit dem Teufel“) die unglücklich Verliebte. 
Auch wenn „Schüsse in Neu Mexiko“ kein großer Western ist, stimmen Darsteller-Leistungen und die Action.  

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