Dead for a Dollar

Walter Hill hat bereits in frühen Jahren seines Schaffens als Filmregisseur ein besonderes Faible für das Western-Genre entwickelt und mit „Long Riders“ (1980), „Geronimo“ (1993), „Wild Bill“ (1995) und „Broken Trail“ (2006) bereits einige sehenswerte Beiträge dazu geliefert. Auch sein bis dato letzter Film „Dead for a Dollar“ (2022) erweist sich als klassischer Western.

Inhalt:

Im Jahr 1897 erhält der Kopfgeldjäger Max Borlund (Christoph Waltz) für ein Honorar von 2000 Dollar den Auftrag, Rachel Kidd (Rachel Brosnahan), die Ehefrau des einflussreichen Geschäftsmannes Martin Kidd (Hamish Linklater), zu finden. Angeblich wurde sie vor drei Wochen von dem schwarzen Soldaten Elijah Jones (Brandon Scott) entführt und befindet sich hinter der mexikanischen Grenze. Zur Unterstützung wird Max von Sergeant Alonzo Poe (Warren Burke) begleitet, der einst mit Elijah gut befreundet war und dessen Versteck er kennt. Auf ihrer Suche merken beide Männer allerdings schnell, dass dieser Auftrag vielleicht doch nicht so klar ist und Rachel sich möglicherweise sogar freiwillig bei Elijah aufhält. Doch in Mexiko verkompliziert sich die Situation weiter. Die Gesuchten befinden sich in einem Landstrich, der von dem sich über dem Gesetz wähnenden Tiberio Vargas (Benjamin Bratt) und seiner Bande kontrolliert wird. Und da Vargas Geld versprochen wurde, wenn er dem flüchtigen Paar nach Kuba weiterhilft, will er die beiden nicht kampflos gehen lassen. Ebenfalls mittendrin dabei ist der erst vor wenigen Monaten aus der Haft entlassene Joe Cribbens (Willem Dafoe). Der will in Mexiko eigentlich ein neues Leben beginnen, hat aber geschworen, Borlund zu töten, falls er ihm noch einmal begegnet...

Kritik:

Walter Hill, der seinen Film dem bereits 2001 verstorbenen Budd Boetticher („Sein Colt war schneller“, „Einer gibt nicht auf“) gewidmet hat, liegt nicht viel daran, das ewig totgesagte Western-Genre zu modernisieren noch zu dekonstruieren, sondern legt einfach eine klassische Geschichte voller Einzelgänger vor, die eher als Antihelden denn Helden durchgehen und so mehr Ähnlichkeit mit dem Italo-Western als dem klassischen Hollywood-Western aufweisen. Der Plot ist ebenso simpel wie vorhersehbar gestrickt, die Figuren schnell eingeführt, ohne im Verlauf der Geschichte eine weitreichende Entwicklung durchzumachen. Natürlich ist zunächst nicht alles so klar, wie der Auftrag für den verlässlichen Kopfgeldjäger Borlund vermuten lässt, aber minimalistischer lässt sich die ach so überraschende Wendung der Ereignisse kaum in Szene setzen. Was die Geschichte nicht hergibt, retten teilweise die Stars. Während Christoph Waltz nach seinen manieristischen Performances in Quentin Tarantinos („Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“) als Kopfgeldjäger ungewöhnlich geradlinig wirkt, darf Willem Dafoe („Der Leuchtturm“, „The Florida Project“) als frisch aus dem Knast entlassener Spieler etwas undurchsichtiger sein und Rachel Brosnahan („House of Cards“, „The Marvelous Mrs. Maisel“) die selbstbewusste und gebildete Dame verkörpern, bei der sich die Männer die Köpfe verrenken. Mit dem sepiafarbenen Look und der stimmungsvollen Musik ist „Dead for a Dollar“ keine Offenbarung, aber mit den launig aufspielenden Stars immerhin nett anzusehen.

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