Mit seinen ersten beiden, bereits hochkarätig besetzten
Regiewerken „Ein stahlharter Mann“ (1975) und „Driver“ (1978) hat
Drehbuchautor Walter Hill („The Getaway“, „Der Mackintosh Mann“, „Unter
Wasser stirbt man nicht“) sein Faible für das Action-Kino bereits
eindrucksvoll präsentiert. Sein dritter Film „Die Warriors“ (1979) wirkt
dagegen zunächst wie ein dystopischer Low-Budget-Film, der allerdings durch die
stringente Inszenierung und durch das stimmige Lokalkolorit überzeugt.
Inhalt:
In naher Zukunft wird New York City von unzähligen Gangs
kontrolliert, welche alle ein jeweils anderes Gebiet der Stadt bewachen. Ein
temporärer Waffenstillstand sichert den Frieden zwischen den teils verfeindeten
Fraktionen, doch Cyrus (Roger Hill), der mächtige Anführer der Gramercy
Riffs, sieht in einer Gemeinschaft der Gangs ein noch nicht ausgeschöpftes
Potenzial. Er beruft ein Treffen aller Gangs ein, auf dem er seine Vision für
die Zukunft der Stadt und aller Gangs mitteilen will. Die Warriors, die das
Gebiet um Coney Island kontrollieren, reisen auch an zu dem Treffen. Zwar
äußern viele von ihnen, darunter Swan (Michael Beck), der Vize-Anführer
der Gang, ihre Bedenken, vor allem, da sie unbewaffnet zu dem Treffen gehen
müssen, doch ihr Anführer Cleon (Dorsey Wright) zwingt sie alle
mitzugehen. Kaum hat Cyros jedoch das Wort ergriffen und von der vollständigen
Kontrolle über die Stadt gesprochen, wenn alle Gangs in Frieden
zusammenarbeiten, wird er von einem Attentäter erschossen, der direkt nach der
Tat mit dem Finger auf die Warrior zeigt, die nun von allen Gangs der Stadt durch
die nächtlichen Straßen New York City gejagt werden…
Kritik:
Bei der Verfilmung von Sol Yuricks gleichnamigen
Roman hat Walter Hill, der mit David Shaber („Flug durch die Hölle“,
„Nachtfalken“) auch das Drehbuch schrieb, den dort thematisierten
soziopolitischen Kontext des Bandenwesens nahezu ausgeklammert und sich ganz
auf die am Ende recht einfach gestrickte Geschichte einer Jagd durch das
nächtliche New York konzentriert. Gleich zu Beginn stellt Hill die
einzelnen Gangs in ihren jeweils typischen Outfits und Masken vor, wenn sie sich
gruppenweise zum großen Treffen bewegen. Mit der Aussage, dass den 20.000
Polizisten 80.000 Gangmitglieder gegenüberstehen, führt Cyros in seiner
Ansprache deutlich vor Augen, welche Macht die Gangs ausüben könnten, wenn sie
sich nicht nur auf ihre eigenen Bezirke beschränken, sondern das große Ganze im
Blick haben würden. Bevor diese Vision aber umgesetzt wird, sorgt ein Attentat
dafür, dass die Story auf die simple Jagd aller Gangs auf die mutmaßlichen
Königsmörder Warriors heruntergebrochen wird. Hill und sein Kameramann Andrew
Laszlo („Rambo“, „Die Reise ins Ich“) nutzen die Jagd für ernüchternde
Bilder von U-Bahnen, in denen sich die Gangs bevorzugt fortbewegen, und dunklen
Parks, in denen auch mal Mädchen aufgerissen werden. Es lässt sich zwar so
einiges in die Story hineininterpretieren, doch am Ende ist Walter Hill
einfach nur ein geradlinig inszenierter Action-Streifen mit dystopischen Zügen
gelungen, der die Zeit überraschend gut überdauert hat.
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