Good Will Hunting

Matt Damon („Jason Bourne“, „The Great Wall“) und Ben Affleck („Pearl Harbor“, „Live By Night“) haben ihren Weg zu Hollywood-Stars gemacht. Doch wie bei vielen ihrer Kolleg:innen war es ein beschwerlicher Weg dorthin. Die beiden seit Kindertagen befreundeten Buddys schrieben gemeinsam ein Drehbuch und gingen damit jahrelang bei Studios und Produzenten hausieren, ehe Miramax nach einigen Änderungen sogar bei der Realisierung des Projekts der Bedingung zustimmte, beiden Autoren auch tragende Rollen im Film zuzusprechen. Das funktionierte so gut, dass „Good Will Hunting“ mit zwei Oscars ausgezeichnet wurde – für das Drehbuchdebüt und für Robin Williams als besten Nebendarsteller – und sieben weitere Nominierungen erhielt (u.a. für die Regie von Gus Van Sant, den besten Film und die beste Musik von Danny Elfman).

Inhalt:

Der bei Pflegeeltern aufgewachsene Will Hunting (Matt Damon) hat von seinem Bewährungshelfer einen Job am renommierten Massachusetts Institute of Technology vermittelt bekommen, wo er die Böden schrubbt und poliert, um sich am Abend mit seinen Kumpels Chuckie (Ben Affleck), Billy (Cole Hauser) und Morgan (Casey Affleck) zu treffen, mit ihnen Bier zu trinken, Baseballspiele zu besuchen oder sich einfach nur mit anderen zu prügeln. Als Professor Lambeau (Stellan Skarsgård) ein äußerst kompliziertes mathematisches Problem an die Tafel des Flures schreibt und am nächsten Tag bereits die Lösung darunter steht, ohne dass sich jemand aus seinem Kurs dafür verantwortlich zeigt, begibt er sich auf die Suche nach dem genialen Phantommathematiker. Er trifft ihn schließlich zufällig dabei an, wie er das nächste Problem an der Tafel zu lösen beginnt, und ist mehr als überrascht, dass es sich bei dem jungen, mehrmals vorbestraften Mann um eine einfache Reinigungskraft handelt, der sich nach der Prügelei mit einem Polizisten auch noch in Haft befindet. Da Lambeau dem begabten jungen Mann den nächsten Gefängnisaufenthalt ersparen will, bekommt er ihn unter der Bedingung frei, dass er sich selbst um ihn kümmert und Will die gerichtlich angeordneten Therapiesitzungen bei seinem alten Studienfreund Sean Maguire (Robin Williams) wahrnimmt, der anders als seine Psychologenkollegen nicht sofort in der ersten Sitzung das Weite vor dem schwierigen Jungen sucht. Tatsächlich gelingt es Maguire, nach einiger Zeit, zu dem Jungen durchzudringen, der mit der nach einer Erbschaft wohlhabenden Studentin Skylar (Minnie Driver) auch noch eine Freundin kennenlernt, die ebenso wie sein Professor hofft, dass Will etwas aus seinen Fähigkeiten macht…

Kritik:

„Good Will Hunting“ beginnt wie das klassische Märchen vom Tellerwäscher zum Millionär, doch Gus Van Sant („To Die For“, „Drugstore Cowboy“) und seine beiden jungen Drehbuchautoren erzählen alles andere als eine konventionelle Erfolgsgeschichte. Stattdessen versucht der Film zu ergründen, wie es um einen Jungen steht, der von seinen Pflegeeltern geschlagen worden ist, aus ärmlichen Verhältnissen stammt, bereits etliche Vorstrafen auf seinem Konto und folglich keine bilderbuchartige Schulkarriere hingelegt hat. Matt Damon spielt überzeugend die Titelfigur, die sich nicht nur alles zu merken scheint, was es gelesen hat, sondern es auch in den richtigen Kontext setzen kann. Er findet niemanden, der ihm in intellektueller Hinsicht auch nur annähernd das Wasser reichen kann, was ihn in zwischenmenschlicher Hinsicht etwas überheblich erscheinen lässt, während er mit seinen ebenfalls aus einfachen Verhältnisse stammenden Kumpels nie raushängen lässt, was für unglaubliche Fähigkeiten in ihm schlummern. Gerade aus der Perspektive des Mathematik-Professors und des Psychoanalytikers wird herausgearbeitet, wie wenig Will an einer gesellschaftlich anerkannten Ausschlachtung seiner Talente gelegen ist. Lieber schuftet er mit Chuckie auf dem Bau und hängt mit seinen Kumpels rum. Erst die romantische Beziehung mit Skylar eröffnet Will eine ganz andere Sichtweise auf das Leben. Die Story wird zwar nicht ganz ohne Klischees erzählt, gewinnt aber durch den humorvollen Charme des Ensembles, der für Gus Van Sant ungewohnt konventionellen Inszenierung und der einfühlsamen Musik von Danny Elfman („Promised Land“, „Sommersby“) an Klasse. 

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