The Rip
Joe Carnahan hat mit seinen Frühwerken „Narc“
(2002) und „Smokin‘ Aces“ (2006) grundsolide, harte und packende
Thriller geschaffen, die vor allem durch Ray Liottas Mitwirken an Klasse
gewannen. Seit „Boss Level“ (2020) hat der Autorenfilmer allerdings wenig
Erbauliches zustande gebracht. Das ändert sich zum Glück mit „The Rip“, einem
Cop-Thriller, den die beiden Buddys Matt Damon und Ben Affleck nicht
nur gemeinsam produziert haben, sondern in dem sie auch – wie in besten Zeiten
- Seite an Seite vor der Kamera agieren.
Inhalt:
Als Captain Jackie Velez (Lina Esco) vom Miami
Police Department ermordet wird, steht schnell der Verdacht im Raum, dass
der Täter aus den eigenen Reihen gekommen sein könnte, weshalb das Team der
Drogenfahndung, dem die Ermordete vorstand, von der Internen und dem FBI verhört
wird. Dabei werden auch Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon) und der mit
dem Opfer liierte Detective Sergeant J.D. Byrne (Ben Affleck)
verdächtigt. Als sich die Truppe am Freitag nach Feierabend auf ein gemeinsames
Bierchen trifft, erhält Dumars einen Tipp, dass in einem Haus eine größere
illegale Summe Geld versteckt sein könnte. Zusammen mit Byrne und seinen Kollegen
und Kolleginnen Mike Ro (Steven Yeun), Numa Baptiste (Teyana Taylor)
und Lolo Salazar (Catalina Sandino Moreno) fährt er dorthin und
trifft dabei auf Desiree „Desi” Molina (Sasha Calle), die das Haus
geerbt hat. Nachdem der auf Geld abgerichtete Hund die Beamten zum Dachboden
führt, finden Dumars und Byrne dort mehr als 20 Millionen US-Dollar, die ein
Drogenkartell hinter einer Wand in Fässern versteckt hat.
Da Dumars das Kommando führt und die Vorschriften besagen,
dass das Geld noch vor Ort bis auf den letzten Dollar gezählt werden muss,
kippt die Stimmung im Team langsam um, denn es verdichten sich nicht nur
Hinweise, dass mindestens einer im Team ein Maulwurf und damit auch für die Ermordung
von Velez verantwortlich ist, sondern auch Cops aus anderen Abteilungen
scheinen Wind von der Sache bekommen zu haben…
Kritik:
Joe Carnahan, der mit Michael McGrale („The
Following“) auch das Drehbuch zu „The Rip“ geschrieben hat, macht es
von Beginn an spannend. Nach dem brutalen Mord an Captain Jackie Velez gleich
zu Beginn dreht sich schnell alles um die Frage, wer aus den eigenen Reihen für
den kaltblütigen Mord verantwortlich sein könnte, wobei die Teammitglieder
jeweils mit kurzen Statements während des Verhörs mit der Internen und dem FBI eingeführt
werden. Spannend wird es mit dem überraschend gigantischen Geldfund, der für
einige Nervosität im Team sorgt. Fortan sorgen Misstrauen und Angst vor dem
Drogenkartell, das sich durch Anrufe mit verstellter Stimme einmischt, für ein fesselndes
Whodunit-Drama, das zunehmend außer Kontrolle gerät. Vor allem die
gegenseitigen Verdächtigungen bringen das Teamgefüge ordentlich durcheinander. Carnahan
fängt die nervöse Atmosphäre sehr gut ein und kann sich dabei auf den guten
Cast stützen, in dem die seit „Good Will Hunting“ (1997) so stark miteinander
harmonierenden Freunde Matt Damon und Ben Affleck mit sehr
physischen Darstellungen überzeugen. Sobald das sichergestellte Geld aber in
die Asservatenkammer geschafft werden soll, enttäuscht „The Rip“ durch
allzu konventionelle Action. Da hätte man von Genre-Spezi Carnahan mehr
erwarten dürfen. Trotzdem zählt „The Rip“ zu seinen besseren Werken der
letzten Zeit.








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