Ähnlich wie viele andere Filmemacher verdankt auch Joe
Dante („Gremlins – Kleine Monster“, „Die Reise ins Ich“) einen
Großteil seiner Karriere dem B-Movie-Produzenten Roger Corman. Der
erkannte nach dem Blockbuster-Erfolg von Steven Spielbergs „Der weiße
Hai“ die Zeichen der Zeit und ließ dem jungen Joe Dante mit „Piranhas“
1978 seinen erst dritten Spielfilm inszenieren, der zwar mit bescheidenen
Mitteln wie eine Trash-Version von Spielbergs Klassiker wirkt, aber nach
wie vor für amüsante Unterhaltung sorgt.
Inhalt:
Als zwei Teenager nicht von ihrem Wandertrip im Sommer
zurückkehren, wird Maggie McGowan (Heather Menzies) im Auftrag eines
privaten Suchdienstes losgeschickt, nach dem Verbleib der jungen Leute zu suchen.
Zusammen mit dem geschiedenen, arbeitslosen und trinkfreudigen Paul Grogan (Bradford
Dillmann) stößt sie auf einem ehemaligen Militärgelände auf nicht allzu
ermutigende Spuren der beiden Vermissten. Um sich Gewissheit zu verschaffen,
lassen die Unglücksraben das Wasser des größten Versuchsbecken ab – sehr zum
Unmut des dort tätigen Wissenschaftlers Dr. Robert Hoak (Kevin McCarthy),
der den beiden Eindringlingen berichtet, weiter mit extrem widerstandsfähigen
und mörderischen Piranhas zu forschen, die einst für den Vietnamkrieg gezüchtet
wurden und nicht nur kälteunempfindlich sind, sondern sich sowohl im Salz- als
auch Süßwasser pudelwohl fühlen und sich fleißig vermehren. Derweil versuchen
sowohl das Militär als auch ein Bauunternehmer, der eine riesiges Volksfest am
Fluss veranstaltet, die Gefahr herunterzuspielen…
Kritik:
Wie in Roger-Corman-Produktionen üblich, wird an
Geld, Zeit und oftmals auch an Logik und vor allem an der Figurenzeichnung gespart.
In 90 Minuten fackelt Joe Dante nicht unbedingt ein Feuerwerk an Innovation
und Sinn ab, doch zur Ruhe kommen lässt er sein Publikum keine Sekunde. Gleich
zu Beginn gelangen zwei Teenager recht problemlos auf das ehemalige Militärgelände,
entledigen sich ihrer Sachen, kühlen sich im Wasserbecken ab und fallen den
Raubtierfischen zum Opfer. Schnitt. Auftritt der Ermittlerin Maggie McGowan,
die sofort weiß, wo sie nach den Vermissten suchen muss. Die weiteren Figuren
müssen auch nicht ausführlich eingeführt werden, schließlich ist die Ausgangslage
schnell klar: Das Militär, die Forschung und der Unternehmer versuchen die
Katastrophe einzudämmen und nach außen hin zu leugnen, die Piranhas haben
Hunger, Maggie und Paul versuchen, das Schlimmste zu verhindern. Schließlich
ist Pauls Tochter auch in dem gefährdeten Feriencamp am Wasser unterwegs. Zwar
fädelt „Piranhas“ auch etwas zeitgenössischen Öko-Terror und Kritik am
Vietnamkrieg in die Story ein, doch das Treiben der kaum vor der Kamera zu
sehenden Piranhas steht natürlich ganz im Mittelpunkt des Films. Das ist nicht
besonders originell – Steven Spielberg strengte sogar erfolglos eine
Plagiatsklage an -, aber doch spannend und reizvoll genug, für einen unterhaltsamen
Popcorn-Spaß.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen