Horror-Express

Das Schauspieler-Gespann Peter Cushing und Christopher Lee prägte viele der besten Grusel-Produktionen der britischen Hammer Studios, darunter „Frankensteins Fluch“ (1957), „Dracula“ (1958), „Der Hund von Baskerville“ und „Die Rache der Pharaonen“ (beide 1959). Zu den insgesamt 24 Filmen, die die beiden Freunde miteinander realisierten, zählte auch die 1972 entstandene britisch-spanische Co-Produktion „Horror-Express“.

Inhalt:

Der britische Anthropologe Professor Alexander Saxton (Christopher Lee) hat im Jahr 1906 im Himalaya ein tiefgefrorenes, humanoides Wesen entdeckt, das er im Transsibirien-Express über China nach England bringen will. Auf dem Bahnhof von Shanghai trifft er auf seinen Landsmann, den Arzt Dr. Wells (Peter Cushing), der ihn freundlich begrüßt. Doch Saxton bleibt kühl, offenbar will er nicht, dass irgendjemand von seiner mysteriösen Fracht in dem sicher verschlossenen Käfig erfährt. Der zu der Menschenansammlung dazustoßende russische Mönch Pujardow (Alberto de Mendoza), erkennt instinktiv die große Gefahr, die vom Inhalt der Kiste ausgeht, und will unbedingt verhindern, dass das darin verborgene Wesen, das er für zutiefst böse hält, mit an Bord des Zuges genommen wird. Gleich neben der Kiste wird dann auch noch ein toter chinesischer Dieb gefunden, dessen Augen völlig weiß sind. Dr. Wells ist neugierig geworden, ob sich in der Kiste nicht doch mehr befindet als nur Fossilien, wie Saxton behauptet, und besticht kurz nach Beginn der Fahrt den Gepäckschaffner, bei Gelegenheit die Kiste zu öffnen und einen Blick auf den Inhalt zu werfen. Zu den internationalen Zuggästen stößt auch die junge polnische Gräfin Petrowski (Silvia Tortosa) und ihr sehr viel älterer Ehemann (Jorge Rigaud). Mit an Bord befindet sich überdies die schöne aber äußerst undurchsichtige Natascha (Helga Liné). Dem mittlerweile aufgetauten Geschöpf gelingt es, sich aus seinem Gefängnis zu befreien, Als das Wesen im Zug zu töten beginnt, versuchen Saxton, Wells (Peter Cushing) und der russische Inspektor Mirov (Julio Pena) es zur Strecke zu bringen. Das wird jedoch schwerer als vermutet, denn das Geschöpf nährt sich vom Wissen seiner Opfer und kann sogar den Körper wechseln. An einer einsamen gelegenen Bahnstation steigt schließlich Kosaken-Hauptmann Kazan (Telly Savalas) zu und versucht das Problem mit roher Gewalt zu lösen. Als Ergebnis bekommen es die Fahrgäste mit Blinden Kosaken-Zombies zu tun…

Kritik:

Der spanische Filmemacher Eugenio Martín hatte bereits für die zuvor entstandenen Produktionen „Matalo“ (1971) und „Viva Pancho Villa“ (1972) einen Zug verwendet, der für einen weiteren Film verwendet werden sollte, so dass Martín ein Skript dazu entwickelte. Mit den britischen Horror-Ikonen Cushing und Lee sowie Hollywood-Star Telly Savalas, der bereits in „Viva Pancho Villa“ mitgewirkt hatte, entstand ein etwas hanebüchenes, aber durchaus unterhaltsames Horror-Werk, das mehr durch seine Figuren als die Kreatur und den Plot überzeugt. Natürlich ist es in erster Linie die charismatische Präsenz der beiden routinierten Horror-Mimen, die „Horror-Express“ sehenswert machen, aber auch die beengte Atmosphäre im Zug ist ähnlich wie schon bei Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ oder Sidney Lumets „Mord im Orient-Express“ kommt hier wunderbar zum Tragen, während die lose Adaption der Geschichte „Who Goes There?“ von John W. Campbell Jr., die bereits Pate für die Howard-Hawks-Produktion von „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1951) und später John Carpenters gleichnamiges Remake (1982) stand, eher unfreiwillig komisch ausfällt.

Kommentare

Beliebte Posts