Die Braut des Prinzen

Mit der Adaption von Stephen Kings Kurzroman „Die Leiche“ unter dem Titel „Stand by Me - Das Geheimnis eines Sommers“ ist Rob Reiner 1986 eine wunderbare Coming-of-Age-Geschichte gelungen, die bis heute zu den gelungensten Verfilmungen des „King of Horror“ zählt. Ein Jahr später nahm sich Reiner eines weiteren Buches an, diesmal „Die Braut des Prinzen“ von William Goldman, der selbst das Drehbuch zu seinem ironisch gefärbten romantischen Märchen verfasste. 

Inhalt:

Ein Großvater (Peter Falk) liest seinem Enkelsohn (Fred Savage), der aufgrund von Krankheit das Bett hüten muss, S. Morgensterns Geschichte „Die Braut des Prinzen“ vor, doch ist der Junge zunächst alles andere als angetan von der Liebesgeschichte, bei der sich Buttercup (Robin Wright) in ihren Stalljungen Westley (Cary Elwes) verliebt und ihn leidenschaftlich küsst. Doch als das Paar nach seiner Trennung spannende Abenteuer erlebt, ist der Junge ganz gefesselt von der Erzählung. Zunächst wird Westleys Schiff auf einer Reise vom grausamen Piraten Roberts geentert, worauf Westley als verschollen gilt, offenbar gar tot, was Buttercup in tiefste Trauer stürzt. Sie schwört daraufhin, sich nie wieder zu verlieben. Prinz Humperdinck (Chris Sarandon) nimmt sich allerdings das Recht heraus, eine Frau aus dem einfachen Volk zu seinem Weib zu machen, was Buttercup emotionslos über sich ergehen lässt. Als sie dem Verbrecher Vizzini (Wallace Shawn) und seinen Handlangern, dem Fechtvirtuosen Inigo Montoya (Mandy Patinkin) und dem Riesen Fezzik (Andre the Giant) entführt wird, macht sich nicht nur Humperdinck auf, um Buttercup zu retten. Ein Unbekannter hat ebenfalls die Verfolgung aufgenommen…

Kritik:

Auch wenn die Rahmenhandlung um den kranken Jungen und seinen Großvater nicht unbedingt für die Geschichte notwendig ist, verstärkt sie doch den Eindruck, dass sich „Die Braut des Prinzen“ vor allem als Ode an die Kunst des Geschichtenerzählens versteht. Mit malerischen Kulissen, fehlbaren Figuren und viel Leidenschaft ist ein interessanter Mix aus modernem Märchen und Mantel-und-Degen-Abenteuer entstanden, der zwar immer wieder humorvolle, das Genre fast schon parodierende Elemente enthält, es aber nie entzaubert. Robin Wright („House of Cards“, „Tage am Strand“) überzeugt dabei als wunderschöne, etwas naiv wirkende, aber von wahrer Liebe gezeichnete junge Frau, die sowohl von einem ebenso wunderschönen, jungen und tapferen Stalljungen als auch einem grausamen Prinzen geliebt wird, wobei der Jüngling natürlich mit dem Herzen liebt, der Prinz nur mit seiner Macht. Mit den liebenswürdigen Gefährten, die Westley später in dem Fechtkünstler und dem Riesen findet, märchenhaften Kulissen wie dem Feuersumpf, der Grube der Verzweiflung, einer Alchimistenhöhle und natürlich der herrschaftlichen Burg wird der Rahmen für eine zauberhafte Geschichte über grenzenlose Liebe, Rache und Freundschaft geschaffen, die bis heute nichts von ihrem Charme verloren hat.

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