Species II

1995 inszenierte Roger Donaldson („The Bounty“, „No Way Out“) mit „Species“ einen nicht unbedingt originellen Science-Fiction-Thriller, aber der maßgeblich vom erfolgreichen „Alien“-Franchise geprägte Film mit dem kanadischen Model Natasha Henstridge in der sehr freizügigen weiblichen Hauptrolle räumte an den Kinokassen immerhin so viel ab, dass nach drei Jahren das eigentlich schon früher angebrachte Sequel an den Start ging. In „Species II“ wird zwar auch viel nackte Haut gezeigt, doch Spannung vermag Regisseur Peter Medak („Das Grauen“, „Die Krays“) nicht zu erzeugen.

Inhalt:

Kaum hat der Astronaut Patrick Ross (Justin Lazard) auf dem Mars die amerikanische Flagge gehisst und ein paar Bodenproben genommen, werden er und seine Crew-Mitglieder Dennis Gamble (Mykelti Williamson) und Anne Sampas (Myriam Syr) von einer fremden Macht befallen, während für sieben Minuten die Verbindung zur Bodenstation abbricht. Nach der Rückkehr zur Erde bemerkt Ross zwar eine Veränderung in seinem Gemüt, doch das hält ihn nicht davon ab, das zehntägige Sex-Verbot zu missachten und mit unzähligen Frauen zu verkehren, die innerhalb von Minuten nach dem Geschlechtsakt Kinder gebären. Als Ross seinem Vater (James Cromwell), einem einflussreichen Senator, von seinen Sorgen erzählt, will dieser nichts davon hören. Schließlich sieht er in seinem Sohn den nächsten Präsidenten. Das Blut eines der Astronauten macht sich unterdessen in einem Labor selbständig, formt sich zu einem Alien und tötet Dr. Orinsky (Baxter Harris), der zwar eine beunruhigende Entdeckung gemacht hat, aber die Warnung an seinen früheren, nun in einer Nervenheilanstalt untergebrachten Kollegen Dr. Herman Cromwell (Peter Boyle) nicht mehr übermitteln kann.
Der für die Regierung arbeitende Press Lenox (Michael Madsen) wird mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragt. Auf einem geheimen Militärstützpunkt entdeckt er, dass die aus dem ersten Teil bekannte Sil (Natasha Henstridge) geklont wurde. Eve, eine weibliche Mischform aus Alien und Mensch, ist bereits erwachsen und Gegenstand von medizinischen Untersuchungen, die von Dr. Laura Baker (Marg Helgenberger) geleitet werden. Eve erfährt eines Tages auf telepathischem Weg, dass nun ein Artgenosse auf der Erde existiert, mit dem sie sich paaren will. Das will das Militär unter Führung von Colonel Burgess (George Dzundza) und Lenox um jeden Preis verhindern…

Kritik:

Nachdem „Species“ nahezu das Doppelte seines Produktionsbudgets bereits allein in Kanada und den USA eingespielt hatte, war ein Sequel eigentlich nur eine Frage der Zeit. Dass es dann doch drei Jahre dauerte, bis „Species II“ in die Kinos kam, ist sicherlich nicht mit einer besonders komplexen Story-Entwicklung zu erklären, denn in dieser Hinsicht enttäuscht das Sequel leider auf ganzer Linie, wird der Plot des ersten Teils doch nur in leicht variierter Form wiederholt. Selbst die im ersten Teil von Lenox ausgeschaltete Außerirdische Sil taucht in geklonter Form wieder auf und darf wieder ihre körperlichen Reize präsentieren – wie übrigens einige weitere Betthäschen, mit denen sich der Playboy-Astronaut Patrick Ross nach seiner Mars-Mission vergnügen darf. So entsteht vor allem der Eindruck, dass „Species II“ eher ein Softporno geworden ist, bei dem die Geschichte ohnehin kaum von Belang ist, solange die erotischen Fantasien des Publikums angeheizt werden. Zwar sind mit Michael Madsen, Marg Helgenberger, George Dzundza und James Cromwell auch wieder einige namhafte Akteure mit am Start, doch werden ihre schauspielerischen Qualitäten bei ihren eindimensionalen Rollen und dem ideenlosen Skript kaum abgerufen. Einzig das Design der Alien-Figuren und der Score von Edward Shearmur („K-Pax“, „Cruel Intentions“) weisen ein höheres Produktionsniveau auf, ansonsten ist „Species II“ einfach nur Erotik-Trash im Science-Fiction-Gewand. 

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