Mit Filmen wie „City Wolf“ (1986), „The Killer“
(1989), „Hard Boiled“ (1992), „Im Körper des Feindes“ (1997) und „Mission:
Impossible II“ (2000) zählt John Woo zu den renommiertesten Regisseuren
des Action-Genres. 2002 nahm er sich mit „Windtalkers“ eine besondere Episode des Zweiten
Weltkrieg vor, nämlich der Eroberung der japanischen Insel Saipan durch die
US-Armee unter besonderer Berücksichtigung von Navajo und dem von ihnen
entwickelten Code.
Inhalt:
Nachdem Corporal Joe Enders (Nicolas Cage) mit seiner
Einheit während des Zweiten Weltkriegs in einem Sumpfgebiet auf einer Insel der
Salomonen-Gruppe völlig aufgerieben wurde und er selbst schwer verletzt in
einem Militärhospital landete, wird er – auch mit der fürsorglichen Unterstützung
der Krankenschwester Rita (Frances O’Connor) – wieder langsam aufgepäppelt.
Mit Ritas Hilfe überlistet er den Militärarzt und darf trotz des beschädigten linken
Trommelfells wieder zurück in den Krieg, um sich an den Japanern für das Gemetzel
an seinen Kameraden zu rächen. Diesmal wird er zusammen mit Peter Henderson (Christian
Slater) als Bodyguard für die beiden Navajo-Funker Ben Yahzee (Adam
Beach) und Charlie Whitehorse (Roger Willie) abgestellt. Auf der
Suche nach einem sicheren Code besann sich das Militär nämlich auf die
Ureinwohner Amerikas. Der auf der Sprache der Navajo-Indianer basierende Code
ist so wertvoll, dass Enders und Henderson die unmissverständliche Order mit
auf den Weg bekommen, den Code um jeden Preis zu schützen…
Kritik:
Eigentlich hat John Woo mit den ersten Szenen, in
denen Nicolas Cage als Anführer eines Trupps in einem ausweglos
erscheinenden Gefecht alle seine Kameraden verliert und von dem letzten, der ihm
sterbend ins Gesicht blickt, auch noch verflucht wird, alles über den Krieg und
seine sinnlosen Schrecken erzählt. Da explodieren Artillerie-Geschosse und Handgranaten,
da fliegen Soldaten wie Puppen schreiend durch die Luft, da wird mit Maschinengewehren
niedergemäht, was sich den wackeren, unerschrockenen US-Soldaten in den Weg
gestellt, Kehlen werden aufgeschlitzt, mit Bajonetten Körper aufgespießt. In
dieser Hinsicht wartet „Windtalkers“ nicht mit originellen Szenen auf.
Interessant wird es erst durch den Einsatz der Navajo-Indianer, die für den
codierten Funk-Verkehr so entscheidend sind, dass sie mit allen Mitteln
beschützt werden müssen, aber nicht um jeden Preis – der Code steht nach wie
vor an erster Stelle. Natürlich ruft diese Konstellation einige rassistische
Kommentare bei den weißen Soldaten hervor, auch Enders ist alles andere als begeistert
von seiner Mission. Doch die zwangsläufige Annäherung der weißen Soldaten an
die tapferen Najavos geht nicht damit einher, dass das Schicksal der
titelgebenden „Windtalkers“ im Fokus des Kriegsdramas stehen würde. Hier
verschenkt John Woo viel Potenzial, wenn er den Mut der Funker zwar
immer wieder hervorhebt, aber das Schicksal von Enders und seinen Kameraden (u.a.
Peter Stormare, Noah Emmerich, Mark Ruffalo) stets im Vordergrund
behält. Weit mehr als die Menschen interessiert Woo aber offensichtlich das
Kampfgeschehen auf der strategischen japanischen Insel Saipan, das nach einer
Weile nur noch abstumpft und langweilt, während sich die Gespräche der Soldaten
leider auf Plattitüden beschränkt. Der namhafte Cast und die immer wieder
kontrastierenden Bilder der Ruhe und Schönheit können nicht verhindern, dass John
Woo mit „Windtalkers“ einen der unnötigsten (Anti-)Kriegsfilme
geschaffen hat.
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