Die Bourne Verschwörung

Mit der Neuauflage von Robert Ludlums Agenten-Thriller „The Bourne Identity“ (1980) für das Kino ist Universal 2002 ein großer Coup gelungen, denn Doug Limans 60 Millionen Dollar teurer Film brachte weltweit mehr als 210 Millionen Dollar ein, so dass sich die Geschichte um den Agenten ohne Namen zu einer Erfolgsgeschichte etablieren könnte, die ein interessantes Gegengewicht zu den überbordenden Action-Spektakeln von „James Bond 007“ und „Mission: Impossible“ bilden könnte. Tatsächlich vermag auch der zweite, diesmal von Paul Greengrass inszenierte Film „Die Bourne Verschwörung“ an die Klasse des ersten Films anzuknüpfen. 

Inhalt: 

Jason Bourne (Matt Damon), ehemaliger Auftragskiller des geheimen CIA-Projekts Treadstone, ist mit seiner Freundin Marie (Franka Potente) im indischen Goa untergetaucht, doch als ein mysteriöser Killer ein CIA-Team in Berlin ausschaltet und am Tatort einen Fingerabdruck von Jason Bourne platziert, macht CIA Deputy Director Pamela Landy (Joan Allen) wieder Jagd auf den abtrünnigen Agenten. Schließlich hat er eine CIA-Aktion sabotiert, bei der ein russischer Informant Beweise für die Veruntreuung von 20 Millionen Dollar durch einen CIA-Agenten zugunsten russischer Verbindungsleute übergeben sollte. 
Der Russe Kirill (Karl Urban), der im Auftrag des russischen Oligarchen Gretkov (Karel Roden) für die Berliner Aktion zuständig gewesen ist, hat auch Bourne in Goa ausfindig gemacht und Marie auf dem Gewissen. Bourne selbst kann sich aus dem im Fluss gelandeten Jeep gerade noch rechtzeitig befreien und ist wieder auf der Flucht. 
Bei seiner Einreise in Neapel bringt Bourne die CIA auf seine Spur und erfährt, warum die CIA hinter ihm her ist. Bourne reist zunächst mit dem Auto nach München, um von dem dort lebenden letzten Treadstone-Killer Näheres über das Projekt zu erfahren, doch ein ausgelöster stiller Alarm zwingt Bourne nach dem Ausschalten seines Münchener Kollegen die Weiterreise nach Berlin, wo er auf ein Treffen mit der Agentenbetreuerin Nicolette Parsons (Julia Stiles) drängt. 
Während Ward Abbott (Brian Cox) seine Spuren bei der Veruntreuungsaktion verwischt, folgt Bourne seinen Erinnerungsfetzen, die ihn zum Schauplatz seines ersten Auftrags führen – ins Hotel Brecker, wo Bourne den russischen Politiker Vladimir Neski und seine Frau getötet hatte, bevor dieser die Veruntreuung der CIA-Gelder aufdecken konnte. Bourne versucht Landy davon zu überzeugen, dass er nicht für das jüngste mit ihn Verbindung gebrachte Attentat verantwortlich gewesen sein konnte, und fährt nach Moskau, um Maries Ermordung zu rächen… 

Kritik:

Nach dem überraschend großen Erfolg von „Die Bourne Identität“ schlüpft Matt Damon in „Die Bourne Verschwörung“ erneut in die Rolle eines von der CIA abgerichteten Auftragkillers, der herausfinden will, warum er von seinen eigenen Leuten ausgeschaltet werden soll. Die in dem ersten Teil so wunderbar funktionierende Chemie zwischen Matt Damon und Franka Potente wird leider nur kurz fortgesetzt, anschließend schicken ihn Drehbuchautor Tony Gilroy und der neue Regisseur Paul Greengrass („Captain Phillips“, „Neues aus der Welt“) allein auf die Suche nach den Urhebern des Komplotts in den eigenen Reihen. 
Ähnlich wie im ersten Bourne-Abenteuer wird auch hier eine brisante politische Situation, bei der die CIA ihre – leider – dreckigen Finger im Spiel hat, zum Aufhänger für die Jagd nach Jason Bourne, der sich diesmal vor allem in Berlin und Moskau mit CIA und Russen herumschlagen muss. Greengrass inszeniert wie sein Vorgänger Doug Liman die Action-Sequenzen sehr akzentuiert, aber mit wackliger Handkamera und schnellen Schnitten auch sehr anstrengend. Zu den Höhepunkten des Films zählen neben den vereinzelten Nahkampfszenen vor allem die Jagd von CIA und deutscher Polizei nach dem zu Fuß flüchtenden Jason Bourne in Berlin sowie die Autoverfolgungsjagd in Moskau. 
Am Ende hat Jason Bourne ein weiteres Puzzlestück seiner Lebensgeschichte aufgedeckt und an seinen Platz gelegt. Matt Damon („The Great Wall“, „Green Zone“) macht als vermeintlich abtrünniger und gejagter CIA-Killer wieder eine sehr gute Figur, aber auch Joan Allen („Nixon“, „Raum“) als leitende CIA-Agentin und Brian Cox als korrupter Abteilungsleiter hinterlassen einen guten Eindruck in einem sehr bodenständig inszenierten, temporeichen und stark von John Powell musikalisch unterlegten Agenten-Thriller, der das hohe Niveau des Vorgängers locker aufrechtzuerhalten versteht. 

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