Nightmare on Elm Street - Mörderische Träume

Wes Craven (1939-2015) begann in den 1970er Jahren, limitiert budgetierte bizarre Horrorstreifen wie „Hügel der blutigen Augen“ (1977), „Tödlicher Segen“ (1981) und das Remake des Grusel-Klassikers „Das Ding aus dem Sumpf“ (1982) zu inszenieren, und hatte sich so schon einen respektablen Ruf bei Horrorfans erarbeitet. Mit „Nightmare – Mörderische Träume“ gelang dem früheren Dozent für Sozialkunde an der John Hopkins University in Baltimore aber auch der kommerzielle Durchbruch. Freddy Krueger avancierte als brandnarbenübersäte Alptraumgestalt mit Fedora-Hut und Messer-bewehrten Händen nach Jason Voorhees und Michael Myers zur Horror-Ikone der 80er Jahre und ebnete den Weg für sechs Sequels, ein Remake und das Spin-off „Freddy vs. Jason“

Inhalt: 

Die Abwesenheit ihrer Mutter nutzt die von fürchterlichen Albträumen geplagte 15-jährige Tina (Amanda Wyss) dazu, die Nacht mit ihrem Freund Rod (Jsu Garcia) zu verbringen – im Bett ihrer Mutter. Zuvor hatte sie sich schon ihre Freundin Nancy (Heather Langenkamp) und deren Freund Glen (Johnny Depp) zu sich eingeladen, um sich gegen die Albträume zu wappnen. Interessanterweise haben Nancy und Tina von der derselben Gestalt geträumt, einem völlig vernarbten Mann mit rot-schwarzem Streifenpulli, merkwürdigem Hut und tödlichen Stahlkrallen an den Händen, mit denen der Typ den Träumenden nach ihrem Leben trachtet. In dieser Nacht hat der genüsslich agierende Sadist auch Erfolg. Vor den Augen ihres Freundes wird Tina von einer unsichtbaren Macht völlig zerfetzt. Rod flieht, wird aber schon am nächsten Tag von Nancys Vater Donald (John Saxon), dem örtlichen Sheriff, und seinen Leuten festgenommen. 
Während für ihren Vater Rod als Tinas Mörder feststeht, macht sich Nancy mit Glen daran, der geheimnisvollen Traumgestalt eine Fall zu stellen. Glen soll über ihren Schlaf wachen und sie wecken, sobald sie etwas mehr über den Auslöser ihrer Albträume erfahren hat. Tatsächlich gelingt es ihr, bei dem riskanten Manöver den Hut des Killers in die Wachwelt mitzunehmen und dadurch festzustellen, dass die furchterregende Gestalt Fred Krueger (Robert Englund) heißt. Von ihrer Mutter Margaret (Ronee Blakley) erfährt Nancy, dass Fred Krueger ein psychopathischer Kindermörder gewesen sei, der wegen eines Verfahrensfehlers wieder auf freien Fuß gesetzt, von den aufgebrachten Eltern aber in einem Keller festgesetzt und verbrannt wurde. Seitdem treibt er als Traumwandler sein Unwesen, um sich an den Kindern seiner Peiniger zu rächen. Doch Nancy hat schon den nächsten Plan parat, Freddys Treiben ein Ende zu setzen… 

Kritik: 

Berichten zufolge soll Wes Craven die Idee für „A Nightmare on Elm Street“ entwickelt haben, als er 1978 in einem Restaurant auf einen Zeitungsartikel über einen jugendliche Immigranten aus Laos stieß, der von heftigen Albträumen geplagt wurde und später im Schlaf gestorben war. Das schien allerdings kein Einzelfall gewesen zu sein, denn wenig später tauchten zwei ähnliche Meldungen auf. 
Bis zur Realisierung des Films sollten allerdings noch einige Jahre vergehen, denn zunächst stieß Cravens Drehbuch nur auf Ablehnung. Die Walt Disney Company zeigte dann zwar Interesse, doch auf eine kinder- und jugendfreundlichere Bearbeitung wollte sich Craven nicht einlassen. Dafür fand er in Robert Shaye einen interessierten Produzenten und mit New Line Cinema auch ein Studio, das den Film in die Kinos bringen würde. Der Rest ist Geschichte. 
Craven gelingt es nicht nur, Traum und Realität geschickt miteinander zu verbinden, sondern entwickelt auch ein gutes Gespür für seine Charaktere. Die jugendlichen stammen aus zerrütteten Familien und müssen für die Sünden ihrer Eltern büßen und werden durch die Konfrontation mit dem Tod in ihren Albträumen schneller erwachsen, als ihnen lieb ist. Indem er die Welt der Erwachsenen und der Jugendlichen so deutlich voneinander abgrenzt, baut Craven geschickt eine Beziehung zu seinem (jungen) Publikum auf, schafft glaubwürdige Identifikationsfiguren. 
Darüber hinaus ist ihm mit der Figur des hämisch zuschlagenden, schaurig aussehenden Albtraum-Killers eine faszinierende Ikone gelungen, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Die stimmungsvolle Musik von Charles Bernstein und die einfallsreichen Arten, mit denen Freddy die Jugendlichen tötet, machen „A Nightmare on Elm Street“ zu einem Klassiker des Genres, der mal mehr, mal weniger gelungene Sequels nach sich zog.  

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